Nach über 30 Jahren im Wrestling-Ring scheint eine bewegte Karriere beendet zu sein.
AEW: WWE Hall of Famer und Kultstar macht offenbar Schluss
Kultstar macht offenbar Schluss
Nach einem verlorenen Titelmatch bei AEW Collision hat WWE Hall of Famer Billy Gunn vor laufender TV-Kamera seine Stiefel ausgezogen und im Ring zurückgelassen - in der Zeichensprache des Wrestlings das Signal für den Rücktritt. (NEWS: Alle Neuigkeiten zum Thema AEW)
Der 59 Jahre alte und noch immer topfit wirkende „Daddy Ass“ - einst Mitglied der legendären D-Generation X bei WWE und bei AEW als Mentor des enorm populären Duos The Acclaimed zu neuem Ruhm gekommen - scheint der neuen, von ihm geförderten Generation nun die Bühne zu überlassen.
Billy Gunn wird von den Söhnen verabschiedet
Gunn und seine Partner Max Caster und Anthony Bowens verloren bei der neuen Samstagsshow von AEW ein Titelmatch gegen die Trios-Champions The House of Black. Gunn steckte dabei nach rund fünf Minuten früh den Pinfall ein, als ihn Malakai Black mit dem Black Mass Kick niederstreckte.
Der Altstar signalisierte danach Frust, dass er Caster und Bowens keine größere Hilfe sein könnte, entledigte sich unter deren betretenen Blicken seiner Stiefel und verließ den Ring, ohne sich von den beiden Schützlingen trösten zu lassen.
Es ist nicht unmöglich, dass die Rücktrittsandeutung eine Story ist, allerdings klingen auch seine ebenfalls bei AEW wrestlenden Söhne Austin und Colten Gunn, als ob das Kapitel tatsächlich beendet ist: Die „Ass Boys“ - laut Drehbuch mit dem Papa eigentlich verfeindet - versandten bei Twitter Danksagungen.
„Hast nie einen großen Abschied gebraucht, nie irgendwas verlangt, bis einfach rausgegangen und hast Spaß gehabt“, schrieb Austin - zusammen mit Colten aktuell Mitglied der Gruppierung Bullet Club Gold um Star-Zugang „Switchblade“ Jay White.
Erfolgreiche WWE-Karriere - vor allem in Tag Teams
Billy Gunn (bürgerlich: Monty Sopp), der in November 60 Jahre alt wird, ist seit inzwischen 30 Jahren auf der größeren Wrestling-Bühne präsent: Im Jahr 1993 feierte er sein Debüt für WWE (damals: WWF), als Teil des Cowboy-Duos The Smoking Gunns.
Zusammen mit Story-Bruder Bart Gunn hielt Billy dreimal die Tag-Team-Titel, auch in späteren Jahren war er vor allem im Teambereich erfolgreich: Er gewann die Titel zwei weitere Male mit Chuck Palumbo (als das sich schwul gebende Duo Billy & Chuck) und sechsmal mit seinem berühmtesten Partner „Road Dogg“ Jesse Jammes.
Als New Age Outlaws bildeten „Bad Ass“ Billy Gunn und Road Dogg eines der populärsten Gespanne der Attitude Era, die beiden waren Mitglieder der zweiten Inkarnation der D-Generation X mit Triple H, X-Pac und der tragisch früh verstorbenen Chyna. Zusammen mit Gründer Shawn Michaels zog die DX-Crew von damals 2019 in die WWE Hall of Fame ein.
Neuer Popularitätsschub bei AEW
Sein größtes Hoch als Einzelwrestler hatte Billy Gunn 1999/2000, als er Überraschungssieger des King-of-the-Ring-Turniers wurde und als „Mister Ass“ eine Fehde mit dem heutigen Hollywood-Megastar Dwayne „The Rock“ Johnson hatte. Ganz groß heraus kam Gunn allein nicht, seinen einzigen wichtigen Einzeltitel gewann er 2000, als er Eddie Guerrero den Intercontinental Title abnahm - er verlor ihn nach kurzer Zeit an den damals aufstrebenden Chris Benoit.
2004 endete Gunns erstes Engagement bei WWE mit einer Entlassung - die ihn damals hörbar frustrierte -, er blieb seiner Passion jedoch auch im fortgeschrittenen Alter treu: Er war mehrere Jahre beim damaligen Konkurrenten TNA aktiv, feierte zwischen 2012 und 2015 ein Nostalgie-Comeback für WWE, 2019 unterschrieb er als Trainer bei AEW.
Auch für AEW stand Gunn bis jetzt immer wieder im Ring, vornehmlich mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf seine Söhne zu lenken. Aus dem „Gunn Club“ entwickelte sich dann auch die prächtig harmonierende Verbindung mit The Acclaimed (“Scissor me, Daddy Ass!“), die allen Beteiligten einen neuen Popularitätsschub verpasste und den beiden Eigengewächsen Caster und Bowens auch zum Gewinn der Tag-Team-Titel von AEW trug.
Die weiteren News und Highlights des AEW-Wochenendes:
- Im eigentlichen Zentrum der aktuellen Collision-Ausgabe stand die Fortsetzung der Dynamik zwischen Topstar CM Punk und dem aufstrebenden „Absolute“ Ricky Starks, der vergangene Woche das Finale des Owen Hart Cups mit einem dreckigen Sieg gegen Punk gewann. Starks eröffnete die Show mit einer Ansprache, in der er seinen Sieg feierte und keine Reue zeigte - es gehe im Wrestling nun mal darum „alle nötigen Mittel“ auszuschöpfen. Das rief Punk auf den Plan, der erklärte, dass er dies Starks nicht übelnehme, aber sich doch wundere, ob Starks wirklich prima mit dem Gedanken leben könne, nicht gut genug zu sein, um ihn fair zu bezwingen.
In das Streitgespräch schalteten sich dann auch die ebenfalls miteinander rivalisierenden Christian Cage und Darby Allin ein - Allin ist frisch gekürter Top-Herausforderer auf den TNT Title, den Cages Vollstrecker Luchasaurus hält (wobei Cage sich verhält, als wäre er selbst der Champion). Die Szenerie mündete in einem Tag Team Match am Ende der Show, in der Starks und Cage Allin und Punk besiegten. Starks pinnte am Ende Allin und nahm wieder unfair die Seile zu Hilfe. Am Ende der Show flüchtete Starks vor dem wütenden Punk.
- In der Nacht vor Collision stieg Death Before Dishonor, ein Pay-Per-View-Event der AEW-Schwester- und Aufbauliga ROH. ROH World Champion Claudio Castagnoli aus der Schweiz (der frühere Cesaro von WWE) verteidigte dort seinen Titel gegen Pac - das Duell hatte sich aus dem Streit der beiden bei Blood and Guts unter der Woche ergeben. In einem ebenfalls höchst sehenswerten, dramatischen Main Event verteidigte Damenchampion Athena (ehemals: Ember Moon) ihren Titel gegen den aufstrebenden Publikumsliebling Willow Nightingale. Als neue Tag-Team-Champions von ROH krönten sich zu Beginn der Show die frisch von AEW verpflichteten Aussie Open, die in einem Vierkampf die bisherigen Champions The Lucha Bros., die Best Friends und The Kingdom besiegten.
Die Ergebnisse von AEW Collision am 22. Juli 2023:
Jay White & Juice Robinson besiegen Action Andretti & Darius Martin
Miro besiegt Nick Comoroto
AEW Trios Title Match: The House of Black (c) besiegen The Acclaimed & Daddy Ass
Taya Valkyrie besiegt Skye Blue
Ricky Starks & Christian Cage besiegen CM Punk & Darby Allin