Mit seinem dritten Platz im Slalom wandte Linus Straßer im letzten Moment eine medaillenlose Ski-WM für Deutschland ab. Der 32-Jährige profitierte am Sonntag vom Einfädeln des Franzosen Clément Noel, der nach dem ersten Lauf noch in Führung gelegen hatte.
Wasmeiers WM-Horror mit Begleitschutz
Mit einer gewonnenen Bronzemedaille war die Bilanz kurioserweise die gleiche wie vor 34 Jahren, als die WM ebenfalls in Saalbach stattfand. Damals war es Traudl Hächer, die mit ihrem dritten Platz im Riesenslalom eine Total-Blamage verhindert hatte.

Zur damaligen Zeit war Markus Wasmeier einer der deutschen Hoffnungsträger, doch der spätere Doppel-Olympiasieger (Lillehammer 1994) fuhr in seinen beiden Paradedisziplinen Abfahrt (Platz 24) und Super-G (Platz 13) nur hinterher.
Wie der heute 61-Jährige verriet, lag das schlechte Abschneiden des deutschen Teams damals aber an den besonderen Umständen. „Es war für mich eine der schrecklichsten Weltmeisterschaften. Eine, die ich eigentlich aus dem Gedächtnis gestrichen habe“, verriet Wasmeier im Gespräch mit SPORT1.
Wasmeier: „Um uns Deutsche hatte man Angst“
Entsprechend erinnert sich der gebürtige Schlierseer, der zuletzt mit seiner Kritik an Lindsey Vonn für Aufsehen gesorgt hatte, mit Schaudern an diese Zeit: „Damals tobte der Golfkrieg, es herrschte eine hohe Anschlagsgefahr. Bombendrohungen, Entführungen, Erschießungen - weiß der Teufel was! Das hatte nichts mit Skifahren zu tun.“
Wegen dieser Gefahr sei für die deutschen WM-Starter Begleitschutz angeordnet gewesen, auf den Wasmeier gerne verzichtet hätte. „Ich hatte jeden Tag zwei GSG9-Soldaten neben mir“, erinnert sich Wasmeier. „Egal, ob ich joggen war, aufs Klo gegangen bin oder auf der Piste unterwegs war - sie waren immer mit entsichertem Gewehr mit mir unterwegs.“
Dies habe ihn so deprimiert, „dass ich überhaupt keine Konzentration mehr auf den Wettkampf hatte. Bei Athleten anderer Nationen war das nicht so brutal, aber um uns Deutschen hatte man ziemliche Angst. Darum war das für mich eine WM, die ich am liebsten vergessen würde.“