Der deutsche Gold-Traum bei der Ski-WM ist dramatisch geplatzt! Emma Aicher und Lena Dürr haben es verpasst, dem DSV das erste Edelmetall bei den Titelkämpfen in Saalbach-Hinterglemm zu bescheren.
Ski-WM: Deutscher Gold-Traum platzt dramatisch!
Deutscher Gold-Traum platzt!
In der Premiere der alpinen Team-Kombination lag das deutsche Duo zur Halbzeit auf Platz 2, doch im abschließenden Slalom patzte Dürr mit dem Ziel in Sichtweite, nach ihrem Fahrfehler landeten Dürr und Aicher nur auf Platz 17. „Ich hätte beim Übergang mehr mitgehen müssen. Ich bin stocksauer. Das ist nicht das Resultat, das wir uns erhofft haben“, sagte Dürr bei Eurosport. Vorwürfe gab es aber keine von Aicher: „Es passiert halt. Ich kenne das selbst. Sie hat alles versucht.“
WM-Rekord für Shiffrin - doppeltes deutsches Drama
Premieren-Gold gewannen Abfahrtsweltmeisterin Breezy Johnson und Mikaela Shiffrin (USA) vor Lara Gut-Behrami und Wendy Holdener aus der Schweiz (+0,39 Sekunden) sowie Super-G-Weltmeisterin Stephanie Venier und Katharina Truppe (+0,53/Österreich).
Shiffrin stellte mit Gold den Rekord von 15 WM-Medaillen der legendären Christl Cranz ein. „Es ist verrückt. Wenn uns einer das vor 10, 15 Jahren gesagt hätte, das hätte keiner geglaubt. Sie ist eine Legende seit einem Jahrzehnt. Das ist schon cool“, betonte eine strahlende Johnson. „Das hätte ich nicht gedacht. Breezy hat einen super Job gemacht. Es war so aufregend. Ich musste liefern“, fügte Shiffrin bestens gelaunt an.
Team Deutschland 2 aus Jessica Hilzinger (Slalom) und Kira Weidle-Winkelmann (Abfahrt) konnte Rang 5 im ersten Durchgang ebenfalls nicht bestätigen: Hilzinger fädelte im Slalom ein und schied nach einem Sturz aus - es war also ein doppeltes deutsches Drama.
Ski-WM: Dürr patzt im Slalom
Die Geschichte der Kombination war aber Dürr, die nach ihrem Fahrfehler eine 360-Grad-Drehung hinlegte. „Das darf nicht wahr sein“, schrie ZDF-Experte Marco Büchel.
US-Konkurrentin Johnson riss im Zielraum erschrocken die Augen weit auf, Shiffrin hielt sich die Hand vors Gesicht und möchte gar nicht hinschauen.
„Sie hat gekämpft und im Zielhang alles verloren. Da fliegt der Stock, der Frust ist groß“, sagte ZDF-Kommentator Julius Hilfenhaus nach Dürrs Ankunft im Ziel: „Es war eine Riesen-Chance. Das ist ein bisschen eine verkehrte Welt im deutschen Kombi-Team heute. Speed hat geliefert und die Technikerinnen haben es nicht runtergebracht. Sonst ist es eher andersrum.“
Aicher legt in Abfahrt stark vor
Die 21 Jahre alte Aicher belegte in der Abfahrt den starken 2. Platz und sorgte für Dürr vor dem Slalom für eine glänzende Ausgangsposition.
„Das sind ja schon Zeiten da oben. Emma, du bist ja ein richtiges Abfahrtstier! Grandios“, schwärmte ZDF-Experte Marco Büchel, als Aicher den ersten Streckenabschnitt bravourös gemeistert hatte. „Schau, wie feinfühlig sie fährt“, sagte er kurz darauf. „Wie sie die Bodenwellen absorbiert hat… Sie hat Gefallen gefunden an dieser Disziplin, am Speed.“
Aicher, die schon bei der Spezialabfahrt und im Super G überzeugt hatte, lag nur 0,23 Sekunden hinter Lauren Macuga (USA), die zusammen mit Paula Moltzan ein Team bildet.
Deutsche schneller als Weltmeisterin und Vonn
Abfahrts-Weltmeisterin Breezy Johnson (USA) schickte Superstar Mikaela Shiffrin auf Rang vier mit 0,51 Sekunden Rückstand ins Rennen.
Superstar Lindsey Vonn kam in der Abfahrt mit 2,51 Sekunden Rückstand als 21. ins Ziel. Im Vorfeld hatte es noch Diskussionen um die Besetzung gegeben - Vonn wurde dann nicht für das Traum-Duo mit Shiffrin nominiert und kommentierte das süffisant.
Premiere bei der Ski-WM
Der Wettbewerb ist erstmals im WM-Programm. Er ersetzt auch bei den Olympischen Spielen 2026 die traditionsreiche Einzel-Kombination aus Abfahrt und Slalom. Im Weltcup wurde der Wettbewerb bislang nicht erprobt. Die Laufzeiten aus Abfahrt und einem Slalom-Lauf werden addiert.
Am Mittwoch findet die Team-Kombination der Männer statt. Der Deutsche Skiverband hat nur ein Team gemeldet: Romed Baumann wird in seinem voraussichtlich letzten WM-Wettbewerb die Abfahrt bestreiten (10.00), Linus Straßer den Slalom (13.00 jeweils im LIVETICKER).
Deutschland wartet weiter auf WM-Medaille
Für die deutsche Mannschaft wäre es nach den zwei hervorragenden sechsten Plätzen von Aicher im Super-G und in der Abfahrt die erste von zwei erhofften Medaillen bei dieser WM gewesen.
Zuletzt war eine Mannschaft des Deutschen Ski-Verbandes bei der WM 2007 in Are und bei Olympia 2018 ohne Podiumsplatzierung geblieben.
Die Hoffnungen des DSV ruhen nun auf Dürr und Linus Straßer in den Spezialslaloms am Wochenende.
-----
Mit Sport-Informations-Dienst (SID)