Diese Freude geht so richtig unter die Haut: Mikaela Shiffrin triumphierte beim Weltcup in Sestriere im Slalom und holte sich endlich ihren historischen 100. Weltcup-Sieg.
Ski-Geschichte! Emotionen übermannen ARD-Kommentator
„Sie ist die Größte aller Zeiten“
Wie groß dieser Triumph ist, zeigen auch die Worte, die der Weltverband FIS auf Social Media wählte: „Mikaela Shiffrin schreibt weiter die Geschichte unseres Sports neu. Mit ihren Siegen, ihrem Einsatz, ihrem Talent und ihrem Herz inspiriert sie Generationen. Das ist nicht nur ein Meilenstein, sondern ein Symbol der Größe.“
Durch den Erfolg beendete die US-Amerikanerin gleichzeitig eine lange Leidenszeit. Shiffrin war im November schwer gestürzt und danach verletzt ausgefallen.
Nach ihrem Comeback merkte man ihr anschließend an, dass sie mit mentalen Problemen zu kämpfen hatte, was sie auch selbst sagte. Noch am Vortag verpasste sie im Riesenslalom erstmals seit 2012 den zweiten Durchgang in dieser Disziplin.
Dementsprechend groß war die Erlösung nach der Zieleinfahrt. Shiffrin ging gleich zu Boden und schaute fast ungläubig zur Anzeigetafel. Mit ihrem 100. Sieg eine neue Fabelbestmarke aufgestellt.
Ski Alpin: Shiffrin weint vor Freude
„Das ist Skigeschichte. Sie ist die Größte aller Zeiten. The GOAT“, jubelte ARD-Kommentator Tobias Barnerssoi nach der Zieleinfahrt: „Sie hatte da wirklich ein Trauma erlitten und jetzt hat sie nach Monaten der Leidenszeit ihren 100 Weltcup-Sieg. Es ist toll an diesem Tag als Reporter dabei gewesen zu sein.“
Bei Shiffrin fiel spätestens bei der Siegerehrung dann endgültig der Druck der letzten Monate ab. Bei der Siegerehrung flossen Tränen der Erleichterung. Man konnte sehen, dass die letzten Wochen und Monaten wirklich große Kräfte gekostet hatten.
Nach den deprimierenden Tiefpunkten in den beiden Riesenslalom-Rennen gewann Shiffrin überlegen den Slalom auf der Olympia-Piste von 2006. Sie lag dabei 0,61 Sekunden vor Zrinka Ljutic aus Kroatien und 0,64 Sekunden vor ihrer Teamkollegin Paula Moltzan.
„Das sieht spielerisch aus. Die Sonne geht wieder auf“, hatte Kommentator Barnerssoi schon während der Galafahrt gerufen und Shiffrin brachte den tollen Lauf dann auch ins Ziel.
Dürr beeindruckt von Shiffrin: „Wahnsinn!“
Respekt gab es dafür auch von Lena Dürr, die Siebte wurde.
Dürr bewunderte vor allem, wie stark Shiffrin auch auf der im 2. Durchgang schwer zu befahrenden Strecke noch unterwegs war: „Richtig stark. Die Piste war echt nicht gut - und da so nochmal so eine Zeit hinzulegen, ist Wahnsinn.“
Shiffrin liegt bei der Gesamtzahl an Siegen im Weltcup klar vor Schwedens Ikone Ingemar Stenmark (86) und ihrer Teamkollegin Lindsey Vonn (82). 67 Erfolge hatte Marcel Hirscher gefeiert, 62-mal war Annemarie Moser-Pröll erfolgreich gewesen.
Mit ihrer insgesamt 155. Fahrt auf das Podest stellte Shiffrin zudem den Rekord von Stenmark ein.
Starke Leistungen zeigte auch Emma Aicher. Sie belegte Rang sechs, es war ihr bestes Resultat in einem Slalom und das zweitbeste ihrer Karriere.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)