Der enorm straffe Kalender im Alpinen Ski-Weltcup verlangt den Athleten dieser Tage einiges ab. Dem ohnehin schon gesundheitlich angeschlagen gewesenen Aleksander Aamodt Kilde wurde das zum Verhängnis. Der sichtlich entkräftete Norweger verlor nach einer Fahrzeit von deutlich über zwei Minuten die Kontrolle und stürzte heftig ins Fangnetz im Ziel-S.
Ski-Alpin: Legende leidet mit Sturz-Opfer Kilde
Ski-Legende leidet mit Kilde
Im Gespräch mit dem norwegischen Sender Viaplay gewehrte der Gesamtweltcup-Sieger aus der Saison 2019/20 nun detaillierte Einblicke über seinen Horror-Sturz. „Ich weiß nur noch, dass ich in der vorletzten Kurve gestürzt bin“, erklärte Kilde mit der Anmerkung, dass in der Abfahrt alles sehr schnell gehe. Dann sei aus der Kontrolle Unkontrollierbarkeit geworden.
„Dann falle ich einfach auf den Rücken und schlage ins Netz“, schilderte er weiter, ehe seine Erinnerung aussetzte. „Von dem Zeitpunkt an, als ich das Netz traf, bis ich am Boden lag und extreme Schmerzen in der Schulter hatte, erinnere ich mich an nichts mehr. Ich erinnere mich an nichts“, verdeutlichte der gestürzte Abfahrer.
Kilde wird nach Horror-Sturz deutlich: „So einen Schmerz noch nie erlebt“
Welche Qualen Kilde angesichts seines Sturzes durchleben musste, wird angesichts seiner Äußerungen mehr als deutlich: „So einen Schmerz habe ich noch nie erlebt.“ Neben der Schulter hat es Kilde aber insbesondere auch am Bein erwischt. „Der Schnitt ist tief, fast bis auf den Knochen. Als ich ins Netz ging und den Ski verlor, habe ich mir offensichtlich auch in die Wade geschnitten und viel Blut verloren“, führte der zweimalige olympische Medaillengewinner von Peking aus.
Kilde, der kürzlich vom Berner Krankenhaus nach Innsbruck verlegt wurde, beklagt außerdem eine Nervenverletzung, die nur ein wenig glimpflich ausgegangen ist. „Zum Glück sind die motorischen Nerven intakt. Es ist ein kleiner Nervenschaden, auf den man Zeit verwenden muss. Das ist das Schlimme an der ganzen Sache“, erzählte er. Die Saison für ist für den 31-Jährigen, der am Donnerstag an der Schulter operiert wurde, vorzeitig vorbei. Dies bestätigte der norwegische Teamarzt Marc Jacob Strauss gegenüber NRK.
Svindal fühlt mit Kilde: „Als ob ich wieder dabei wäre“
Kildes ehemaliger Teamkollege Aksel Lund Svindal fühlt mit seinem Landsmann. „Ski-Abfahrt kann ein grausamer Sport sein, und heute war es eine harte Erinnerung“, meldete er sich via Instagram zu Wort.
„Ich musste mit ansehen, wie Aleksander Aamodt Kilde hart stürzt, direkt nachdem ich mit ihm oben am Berg noch gesprochen hatte. Ich fühlte mich fast so, als ob ich wieder dabei wäre“, schilderte der zweimalige Olympiasieger auf emotionale Art und Weise.
Svindal weiß genau wovon er spricht. Der 41-Jährige wurde während seiner Laufbahn selbst häufiger von heftigen Stürzen und Verletzungen heimgesucht. Beispielhaft steht dafür sein schwerer Sturz auf der Streif, als er in der Kompression nach der Hausbergkante spektakulär zu Fall kam und sich einen Kreuzband- und Meniskusriss zuzog.
Shiffrin wird nach Slalom-Sieg emotional
Noch ein wenig mehr leidet allerdings Ski-Königin Mikaela Shiffrin mit ihrem Freund. Die 28-Jährige weinte nach ihrem 94. Weltcup-Sieg beim Nachtslalom in Flachau bittere Tränen. Nach „sehr herausfordernden Tagen“ und „wenig Schlaf“ sei sie „ganz schön durch den Wind“ gewesen.
Nun bleibt lediglich zu hoffen, dass die legendäre Streif keine weiteren Sturzopfer fordert. Bereits im Training gab es hierbei schwere Stürze zu beklagen.