Die deutschen Biathleten haben in der ersten Staffel des Winters das Podest verpasst. Das Quartett mit David Zobel, Johannes Kühn, Philipp Nawrath und Philipp Horn lief beim Sieg der dominanten Franzosen (0 Strafrunden+2 Nachlader) mit einer Strafrunde und neun Nachladern nur auf Platz vier.
Frust bei deutscher Männer-Staffel
Tags zuvor hatten Vanessa Voigt und Justus Strelow dem Deutschen Skiverband (DSV) noch mit Rang drei im Single-Mixed des erste Treppchen des Winters beschert - während die Mixed-Staffel aufgrund einer Strafrunde von Debütant Danilo Riethmüller ebenfalls das Podium verpasst hatte.
„Nicht das, was wir uns vornehmen“
Bei deutlichen Plusgraden startete Zobel für das DSV-Team, das sich nach dem Karriereende von Benedikt Doll neu aufstellen musste. Der 28-Jährige zeigte zwar eine fehlerfreie Leistung am Schießstand, ließ in der Loipe aber deutlich Federn - beim Wechsel zu Kühn lag Deutschland schon 40 Sekunden zurück. „Es war zäh heute, ich habe mich körperlich nicht optimal gefühlt“, sagte Zobel am ZDF-Mikrofon.
Bei seinem Nachfolger präsentierte sich dann ein gegenteiliges Bild. Während sich Kühn am Schießstand zwei Nachlader erlaubte, hielt dieser mit einer tollen Laufform den Schaden in Grenzen. Nawrath ging somit an Position vier liegend in das Rennen und lag zwischenzeitlich sogar auf Podestkurs, drei Fehlversuche warfen Deutschland aber zurück. Schlussläufer Horn konnte die Lücke nach vorne nicht mehr schließen, stattdessen wuchs der Rückstand nach einer Strafrunde auf mehr als zwei Minuten an.
„Ich bin ganz schön enttäuscht“, sagte Horn: „Zwei Staffeln, zwei Mal vierter Platz. Das ist nicht das, was wir uns vornehmen. Ich hab mich gut gefühlt und trotzdem nicht getroffen. Das ist nicht gut.“
Trotz allem sprachen die Legenden Laura Dahlmeier und Denise Herrmann-Wick den deutschen Männern Mut zu: Herrmann-Wick hob die guten Laufzeiten hervor, auch Dahlmeier sprach von einer trotz der Rückschläge am Schießstand alles in allem „soliden“ Leistung, auf die sich aufbauen lasse.
Frankreich übertrumpft Norwegen
An der Spitze dominierten derweil die Franzosen mit Fabien Claude, Quentin Fillon Maillet, Eric Perrot und Emilien Jacquelin. Lieferten sie sich zu Beginn der Staffel noch einen Zweikampf mit den erfolgsverwöhnten Norwegern, lösten sie sich dann relativ schnell von den Skandinaviern mit den Bö-Brüder Johannes Thingnes und Tarjei. Diese belegten am Ende Platz zwei (0+3), Schweden wurde Dritter (0+10).
Um 17.25 Uhr beschließt die Frauenstaffel das erste Weltcup-Wochenende in Kontiolahti. Dabei wird die als Schlussläuferin eingeplante Franziska Preuß aufgrund gesundheitlicher Probleme fehlen. Die 30-Jährige wird durch Voigt ersetzt. Am Dienstag folgt beim Weltcup das verkürzte Einzelrennen der Männer.