Nur noch ein Schatten seiner selbst

Fataler Patzer stürzt Super-Bowl-Champ tiefer in die Krise
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Fataler Patzer stürzt Super-Bowl-Champ tiefer in die Krise

Sam Darnold leistet sich bei den Seattle Seahawks zu viele Turnover und agiert insgesamt auf einem besorgniserregendem Level. Sein Backup sah dagegen vielversprechend aus - wo liegt das Problem?

In Seattle werden die Sorgenfalten immer größer. Nach der enttäuschenden Niederlage gegen die Denver Broncos haben die Seahawks nun nach nur sechs Wochen bei drei Siegen genauso viele Niederlagen (drei) wie in der kompletten Vorsaison auf dem Konto.

Dass insbesondere Quarterback Sam Darnold, der die Franchise letzte Saison zum Super-Bowl-Sieg führte, in einem Formtief steckt, macht die Lage umso besorgniserregender. Denn das kam unerwartet.

Sam Darnold warf diese Saison bereits sieben Interceptions
Sam Darnold warf diese Saison bereits sieben InterceptionsSam Darnold warf diese Saison bereits sieben Interceptions© IMAGO/Icon Sportswire

Drei Niederlagen in vier Spielen mit Sam Darnold

Nach Darnolds Rückkehr von seiner Hüftverletzung haben die Seahawks nur eins von vier Spielen gewonnen – und das auch „nur“ gegen die sieglosen Chargers. Die Spiele gegen Washington, Denver und San Francisco gingen allesamt verloren.

Dazu warf der Spielmacher insgesamt bereits sieben Interceptions bei ebenso vielen Touchdowns und wirkt nur wie ein Schatten seiner selbst. Unter seinem etatmäßigen Backup Drew Lock wirkte die Offensive stabiler.

Lock hatte Darnold nach dessen Verletzung im Auftaktspiel gegen die New England Patriots ersetzt und die Seahawks genau wie gegen die Arizona Cardinals eine Woche später zum Sieg geführt. In diesen beiden Einsätzen brachte er vier Touchdown-Pässe an den Mann und blieb ohne Interception.

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Quarterback ehrlich: „Dann zahlst du den Preis“

Darnold selbst kennt sein Problem. „Turnover dürfen nicht passieren. Du musst in dieser Liga den Ball schützen. Wenn nicht, zahlst du den Preis“, sagte der 29-Jährige am Dienstag nach der haarsträubenden Pleite gegen die Broncos, für die er mit seinen Ballverlusten hauptverantwortlich war.

„Ich werde weiterhin so entschlossen wie möglich spielen, meine Reads durchgehen und dem vertrauen, was ich sehe – meinen Füßen und all diesen Dingen“, betonte der Quarterback dennoch.

„Es war keine Leistung, die gut genug war, um das Spiel für unsere Mannschaft zu gewinnen“, sagte Trainer Mike Macdonald nach der 14:17-Niederlage. „Aber unser Quarterback führt die Mannschaft an, und ich wette, Sam wäre der Erste, der das bestätigen würde. Wir lieben ihn, aber so ist es nun mal.“

Schlimmer hätte der Zeitpunkt für Darnolds Aussetzer nicht sein können

Das Problem bei Darnold sind nicht nur die nackten Zahlen, sondern auch der Zeitpunkt der Ballverluste. Seine erste Interception warf er beim dritten Versuch bei noch einem benötigen Yard knapp 90 Sekunden vor Schluss.

Seattle führte mit 14:11 und hatte das Spiel fast schon gewonnen. Doch so konnte Denver noch mit einem Field Goal ausgleichen und die Verlängerung erzwingen.

In der Overtime produzierte Darnold dann seine zweite Interception: Wieder schlug Denver daraus Kapital und gewann mit einem Field Goal das Spiel.

Sam Darnold hatte gegen die Denver Broncos einmal mehr einen unschönen Arbeitstag
Sam Darnold hatte gegen die Denver Broncos einmal mehr einen unschönen ArbeitstagSam Darnold hatte gegen die Denver Broncos einmal mehr einen unschönen Arbeitstag© IMAGO/Icon Sportswire

Presse nimmt nicht nur Darnold in die Pflicht

„Die katastrophale Niederlage der Seahawks ist nicht allein Sam Darnolds Schuld, aber sie geht auf ihn zurück“, titelte die Seattle Times, die ausführte: „Sollte sich das fortsetzen, dürfte dies Fragen hinsichtlich Darnolds Stellung als Stammquarterback der Seahawks aufwerfen.“

Allerdings sei der Spielmacher nicht allein verantwortlich. Vor allem die Pass Protection der Offensive Line sei mitverantwortlich für seine Probleme. Bezeichnend: Gegen die Broncos musste Darnold gleich fünf Quarterback-Sacks einstecken.

Abgang von Super-Bowl-MVP Walker rächt sich

Ein weiteres Problem ist das bestenfalls durchschnittliche Running Game – eine besonders schmerzhafte Erkenntnis, ließ man doch im Sommer noch Super-Bowl-MVP Kenneth Walker III ziehen.

Während der Running Back bei den Kansas City Chiefs förmlich durch die Decke geht (537 Rush-Yards und insgesamt 6 Touchdowns), enttäuschte bei den Seahawks Rookie Jadarian Price (aktuell verletzt), auch die Ersatzleute Emanuel Wilson und George Holani wissen nicht dauerhaft zu überzeugen. Zach Charbonnet fehlte bislang noch verletzt.

Und auch Offensive Coordinator Brian Fleury, der die Nachfolge von Mastermind Clint Kubiak antrat, steht unter Druck.

Die Personalie Darnold wirft auch finanzielle Fragen auf

Das alles mündet schließlich in Darnolds Performance. Bei einem Running Back können Ballverluste zu weniger Snaps führen, bei einem Quarterback ist die Konsequenz meist deutlich größer: Entweder er führt die Offense an – oder er sitzt komplett draußen. Die Seahawks müssten sich bei einem Wechsel nicht nur für Lock entscheiden, sondern zugleich ein klares Signal an Darnold senden.

Die Personalie hat zudem eine finanzielle Dimension. Darnolds Vergütung von 35,5 Millionen US-Dollar für 2027 ist nicht garantiert.

Bleibt er am fünften Tag des neuen Ligajahres im März im Kader, wird ein Roster Bonus von zehn Millionen US-Dollar fällig. Eine Degradierung könnte deshalb auch Auswirkungen auf Seattles langfristige Quarterback-Planung haben.


Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.