Die Kansas City Chiefs haben 50 Jahre nach ihrem Premierensieg zum zweiten Mal den Super Bowl gewonnen.
Aufholjagd! Chiefs holen Super Bowl
Das Team um Quarterback Patrick Mahomes setzte sich bei der 54. Auflage in Miami dank eines überragenden Schlussviertels 31:20 gegen die San Francisco 49ers mit Mark Nzeocha durch. Der Linebacker aus Ansbach verpasste es damit, als dritter deutscher Footballer im Finale der NFL zu triumphieren. (Der Super Bowl zum Nachlesen im Ticker)
Mahomes wird MVP
"Das ist das Team. Wir sind so hart. Unser Coach treibt uns immer wieder an. Wir geben niemals auf", sagte Mahomes, der mit 286 Passyards als wertvollster Spieler (MVP) des Finales ausgezeichnet wurde. Er hatte aber auch ein Lob für den Gegner aus San Francisco übrig: "Ihre Defense gehört zu den besten der Liga."
Safety Jordan Lucas war nach dem Spiel komplett euphorisiert. "Wir sind die Champions, Man! Wir geben niemals auf. Das haben wir schon die gesamte Saison hindurch bewiesen. Wir finden immer einen Weg zurück. So ist dieses Team aufgebaut. Ich liebe meinen Quarterback und das gesamte Chiefs-Königreich liebt ihn auch", sagte er bei Pro 7.
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49ers gehen in Führung
Die 49ers beendeten ihren ersten Drive mit einem Field Goal durch Robbie Gould. Dann zeigte Mahomes (24) seine Klasse und lief beim ersten Touchdown des Spiels selbst in die Endzone. Nach einer Interception seines Gegenübers Jimmy Garoppolo erhöhte Kansas City per Field Goal auf 10:3, San Francisco glich noch vor der Pause durch einen Touchdown von Fullback Kyle Juszczyk und den erfolgreichen Extra-Kick von Gould aus.
Bei der gewohnt aufwendigen Halbzeitshow samt Feuerwerk sangen beim Super Bowl LIV Shakira und Jennifer Lopez ihre größten Hits, blitzschnell wurde das Spielfeld wieder freigeräumt, und den 49ers gelang der bessere Start in die zweite Hälfte.
Defensiv-Plan der 49ers geht lange auf
Gould schoss erneut ein Field Goal, Mahomes warf den Ball anschließend unter Druck zum Gegner. San Francisco bestrafte den Fehler schnell: Running Back Raheem Mostert sorgte für den nächsten Touchdown.
Mahomes biss sich weiter die Zähne an der starken Defense der 49ers aus. Dem Quarterback unterlief zu Beginn des Schlussviertels die nächste Interception, der Plan der 49ers funktionierte bis dahin perfekt. Sie machten genug Druck mit Rookie des Jahres Nick Bosa (1 Sack) und der Defensive Line, so dass sie viele Verteidiger weiter hinten postieren konnten.
Damit nahmen sie den Chiefs und Mahomes ihre größte Stärke: die langen Pässe auf Tyreek Hill oder Sammy Watkins.
Reid gelingt endlich die Krönung
Der MVP der vergangenen Saison geriet aber nie in Panik. "Wir lagen mit zehn hinten, aber er hat uns ermutigt. Einige von uns ließen den Kopf hängen - ich auch, aber Patrick hat gesagt, wir müssen an uns glauben, es wird klappen", sagte Hill. Er war es auch, der mit seinem 44-Yard-Pass beim dritten Versuch und 15 Yards zu gehen kurz darauf das nächste Comeback einleitete. Es war der Wendepunkt des Spiels.
Zum dritten Mal in Folge holten die Chiefs in den Playoffs einen zweistelligen Rückstand auf. Gegen Houston waren es 24, gegen Tennessee zehn, nun gegen die 49ers wieder zehn - zugleich das zweitgrößte Comeback der Super-Bowl-Geschichte, nach dem legendären 3:28 der New England Patriots gegen die Atlanta Falcons - mit San Franciscos heutigem Head Coach Kyle Shanahan als Assistenten.
"Wir haben einfach ein großartiges Team mit großartigen Coaches", jubelte Head Coach Andy Reid. Sein Risiko zahlte sich aus. 2017 draftete er Mahomes, obwohl er mit Alex Smith einen guten Quarterback hatte, er holte den so wechselhaften Sammy Watkins, der mit 288 Yards in den Playoffs einen Chiefs-Rekord aufstellte (98 davon im Super Bowl).
Es ist vor allem auch ein Triumph für Reid, der mit nun 222 Siegen auf Rang sechs der ewigen Bestenliste steht und 15 Jahre nach seinem verlorenen Super Bowl mit Philadelphia endlich diesen Titel gewann.
Mahomes dreht das Spiel für die Chiefs
Kurz nach Hills Big Play gelang Travis Kelce der Touchdown zum 17:20. Die 49ers punkteten im nächsten Drive nicht, mit gut fünf Minuten auf der Uhr bekam Kansas City den Ball zurück. Mahomes agierte klug, fand seine Passempfänger und brachte die Chiefs mit einem Touchdown-Pass auf Damien Williams nach vorn.
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"Der Spielstand ist egal, wir haben Pat Mahomes, wir haben eine unglaubliche Defense, die im entscheidenden Moment da war. Coach Andy Reid, wir haben den Ring für Big Red, wir sind jetzt für immer verheiratet", jubelte Kelce.
Garoppolo war beim Stand von 20:24 gefordert, hielt dem Druck aber nicht stand. Der Quarterback, als Backup zweimal Champion mit den New England Patriots, wurde kurz vor dem Ende im vierten Versuch zu Fall gebracht. Kansas bekam wieder den Ball, der überragende Running Back Damien Williams (104 Yards) machte mit einem 38-Yards-Run in die Endzone alles klar.
"Es ist eine bittere Niederlage, sie tut weh. Wir hatten unsere Chancen, aber haben es nicht hinbekommen. Ich bin stolz auf unser Team, Kansas City war heute besser", sagte Shanahan.
Die 49ers schafften es nicht, ihre starke Laufleistung (141 Yards) in mehr Punkte umzusetzen, zudem war Tight End George Kittle (36 Yards) kein Faktor.
Gedenken an Kobe
Vor dem Schlusspunkt ihrer 100. Saison gedachte die National Football League des Basketball-Superstars Kobe Bryant, der eine Woche zuvor mit einem Helikopter tödlich verunglückt war.
Die Spieler stellten sich in Anlehnung an Bryants Trikotnummer bei den Los Angeles Lakers an der 24-Yard-Linie auf. Nach der Schweigeminute begannen beide Teams im Hard Rock Stadium nervös, danach entwickelte sich der erhoffte offene Schlagabtausch.