Sandro Mamukelashvili, Big Man der San Antonio Spurs, konnte nach dem 120:105-Sieg gegen die New York Knicks kaum glauben, was ihm gelungen war. „Ich weiß nicht, was passiert ist“, wiederholte er nach seiner Glanzleistung immer wieder.
Er brauchte keine 20 Minuten, um Geschichte zu schreiben
Georgier schreibt NBA-Geschichte
Vor den Augen seines guten Freundes, dem Rapper Flavor Flav, schrieb Mamukelashvili NBA-Geschichte. In nur 19 Minuten Spielzeit erzielte er 34 Punkte. Noch nie seit der Erfassung der Spielminuten in der Saison 1951/52 gelangen einem NBA-Spieler in weniger als 20 Minuten derartig viele Zähler.
„Ich habe lange auf diesen Tag gewartet“, sagte Mamukelashvili. „Ich kann nicht erklären, wie ich mich gerade fühle. Es ist, als wäre ich in einem Traum. Ich habe es manifestiert und dafür gebetet. Ich habe einfach auf diesen Tag gewartet. Es war ein bisschen wie ein außerkörperliches Erlebnis. Ich dachte: ‚Passiert das wirklich?‘“
Rapper-Kumpel unterbricht Sieger-Interview
Seine Teamkollegen ließen ihn selbstverständlich nicht allein feiern und stürmten bei der Schluss-Sirene auf ihn zu. Flavor Flav unterbrach das Interview nach dem Spiel mit den Worten: „Mir egal, was irgendjemand sagt. Mein Mann ist heiß!“
Mamukelashvili, der in dieser Saison durchschnittlich nicht einmal auf neun Minuten Spielzeit kommt, kam erst 55 Sekunden nach Beginn des zweiten Viertels ins Spiel. Der 25-Jährige machte aber sofort auf sich aufmerksam.
Nach einem Fehlwurf von Blake Wesley gelang ihm sein erster Korb. Dann versenkte er einen Dreier und verschaffte den Spurs eine Sieben-Punkte-Führung. Er beendete das Viertel mit 13 Punkten bei 5 von 6 Würfen, darunter 3 von 3 Dreiern, sowie 7 Rebounds und einem Assist. San Antonio ging mit einer 67:43-Führung in die Halbzeitpause.
Historische Trefferquote
„13 von 14 aus dem Feld, 7 von 7 von der Dreierlinie! Es wäre lächerlich zu sagen, dass wir das in 19 Minuten und 26 Sekunden erwartet haben“, sagte Spurs-Coach Mitch Johnson, der weiterhin Gregg Popovich an der Seitenlinie vertritt.
Der Georgier spielte im dritten Viertel nicht, im letzten Abschnitt traf er dann jeden seiner acht Würfe, darunter vier Dreier. Er lief dabei so heiß, dass Teamkollege Chris Paul begann, Aktionen zu initiieren, um seinem Mitspieler mehr Würfe zu ermöglichen.
Ein Abend für die Geschichtsbücher
Mamukelashvili wurde der vierte Spieler in der NBA-Geschichte, der 90 Prozent seiner Versuche aus dem Feld und jeweils 100 Prozent bei Dreiern und Freiwürfen in einem Spiel erzielte. Damit gesellt er sich zu Tyrese Haliburton, Gary Payton und Charles Barkley. Zudem ist er erst der dritte Spur, der 7 von 7 oder mehr Dreier getroffen hat. Vorher gelang dies nur Matt Bonner (2010) und Steve Smith (2001).
Der historische Abend hätte für Mamukelashvili nicht besser laufen können, war doch gerade sein Vater Zurab zu Besuch, um das Spiel mit anderen Familienmitgliedern zu sehen.