Strengere Regeln: Dopingfall Jannik Sinner hat Folgen
Der Dopingfall Jannik Sinner hat Folgen: Ab 2027 gelten breitere Kontaminationsregeln und strengere Meldepflichten im Tennis.
Der Fall Jannik Sinner bekommt durch die neuen Anti-Doping-Regeln eine zusätzliche Dimension. Zum 1. Januar 2027 tritt der überarbeitete WADA-Code in Kraft, der den Begriff der Kontamination deutlich weiter fasst. Künftig ist nicht mehr allein vom kontaminierten Produkt die Rede, sondern von einer kontaminierten Quelle. Das kann auch Lebensmittel, Getränke, Umwelteinflüsse oder den Kontakt mit Personen und Gegenständen umfassen.
Damit wird ein Szenario ausdrücklich erfasst, das im Verfahren gegen Sinner zentral war. Der Italiener war im März 2024 zweimal positiv auf Clostebol getestet worden. Die WADA akzeptierte seine Erklärung, wonach die Substanz ohne sein Wissen durch die Fahrlässigkeit von Mitgliedern seines Teams in seinen Körper gelangte; Sinner habe weder betrügen wollen noch einen leistungssteigernden Nutzen gehabt.
Weil Athleten nach dem Code dennoch für Fehler ihres Umfelds haften, einigte sich Sinner mit der WADA auf eine dreimonatige Sperre.
Die breitere Definition bedeutet keinen Freispruch auf Verdacht. Betroffene Profis müssen weiterhin die Quelle der verbotenen Substanz belegen und nachweisen, dass kein erhebliches Verschulden vorlag. Die neue Regelung eröffnet aber mehr Spielraum bei der Bewertung von Kontaminationsfällen, die bislang nicht unter die engere Produkt-Definition fielen.
Strengere Meldepflichten für Tennisspieler
Zugleich verschärft sich ab 2027 die Erreichbarkeit für Kontrollen. Spieler im Registered Testing Pool müssen dann auch während eines Turniers täglich ein 60-Minuten-Fenster angeben, in dem sie für unangekündigte Tests verfügbar sind. Bislang galt für Tennis wegen der schwer planbaren Match- und Trainingszeiten eine Ausnahme.
Die ITIA reagiert mit einem Zwei-Gruppen-System. Der bisherige RTP soll um rund 80 Prozent reduziert werden – bei bislang etwa 250 Profis blieben damit ungefähr 50 Spieler in der strengsten Gruppe.
Die übrigen wechseln in einen erweiterten Pool ohne tägliches Zeitfenster, müssen aber weiter Aufenthalts-, Trainings- und Wettkampfdaten hinterlegen und können jederzeit getestet werden. Welche Spieler welchem Pool angehören, veröffentlicht die ITIA nicht; die Betroffenen erhalten im November ihre Einstufung.
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Dieser Text wurde mit KI-Unterstützung erstellt.