Der Reiterpräsident Martin Richenhagen träumt von einer weiteren Pferdesportart bei den Olympischen Spielen. „Der Voltigiersport hat vielleicht eine olympische Perspektive“, sagte das Oberhaupt der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) beim Medienempfang in Warendorf. Konkreter wurde Richenhagen in seinen Ausführungen zu dem Thema nicht.
Neue Sportart bei Olympia?
Aktuell sind mit Dressurreiten, Springreiten und Vielseitigkeit drei Disziplinen Teil des olympischen Programms. Vielleicht könne das Voltigieren etwa die Trendsportart Breakdance ersetzen, mutmaßte Richenhagen eher scherzhaft.
Ausführlicher äußerte sich der erfahrene Unternehmer nach seinen ersten 100 Tagen im Amt über die finanzielle Situation der FN. „Wir sind sehr sorgfältig vorgegangen, zurzeit drehen wir jeden Schein um“, erklärte Richenhagen: „Das funktioniert recht gut und ich bin optimistisch, dass wir schon dieses Jahr ein beeindruckendes Ergebnis präsentieren werden.“
2023 hatte der Verband ein Minus von etwa einer Million Euro verbucht, im vergangenen Jahr stand hingegen ein Plus von etwa 140.000 Euro. „Das ist ein Swing - wie man es in der Betriebswirtschaft nennt - von über einer Million Euro. Das ist für den Anfang ganz in Ordnung“, lobte Richenhagen. Das Ziel für 2025 sei es, ein höheres Plus zu erzielen „als 300.000 Euro, und es sieht so aus, als würden wir das schaffen“, sagte der 72-Jährige.
Richenhagen erneuerte auch sein Ziel, den Verband umzukrempeln. Er arbeite daran, die FN und das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) langfristig zusammenzulegen, um unter anderem Reisekosten zu sparen und die Zahl an Gremien zu reduzieren. Kurzfristig soll außerdem die Führungsebene neu strukturiert werden.
„Wir werden die FN mit zwei Vorständen managen. Wir werden die gesamte Organisation umstrukturieren und vereinfachen, um mit weniger Hierarchie schnell reagieren zu können“, erklärte Richenhagen. Bislang bestand der Vorstand aus einem vierköpfigen Team, nach Richenhagens Wunsch werden das in Zukunft nur noch die neue Finanzvorständin Vanessa Richwien und DOKR-Chef Dennis Peiler sein. Der Beschluss soll durch das Präsidium im Laufe des Jahres gefasst werden.