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Tour de France: Deutsches Ass kapituliert vor 1500-Watt-Phänomen

Tour-Phänomen: Bauhaus kapituliert

Jasper Philipsen hängt bei den Sprint-Etappen der Tour de France immer wieder alle ab. Der resignierte deutsche Konkurrent Phil Bauhaus erklärt, warum er keine Chance hat.
Die ersten Tage der Tour de France sind begleitet von einem Zoff zwischen Phil Bauhaus und der ARD. Ein Gespräch sorgt nun für neue Entwicklungen.
Jasper Philipsen hängt bei den Sprint-Etappen der Tour de France immer wieder alle ab. Der resignierte deutsche Konkurrent Phil Bauhaus erklärt, warum er keine Chance hat.

Phil Bauhaus resignierte. „Mir fehlt einfach die Geschwindigkeit“, gab der Bocholter zu, nachdem er mal wieder von Jasper Philipsen im Zielsprint abgehängt worden war.

Der zurzeit kaum zu schlagende Belgier raste im Massensprint der elften Etappe mit einem wahnsinnigen Tempo zu seinem vierten Etappensieg bei der Tour de France. Bauhaus, selbst in einer aussichtsreichen Position, war chancenlos.

"Wenn man vier Massensprints gewinnt, ist man einfach der Schnellste. Das ist dann kein Zufall mehr", sagte Bauhaus, der mit Rang drei zwar seinen persönlichen Podiums-Hattrick perfekt machte, aber zu gerne mal ganz oben stehen würde. Doch bisher war immer Philipsen im entscheidenden Moment schneller, wie schon auf den Etappen drei und vier.

Philipsen stellt nicht nur Bauhaus in den Schatten

„Mir fehlen vielleicht einfach ein paar Hundert Watt, die Philipsen hat“, sagte Bauhaus. Der 25 Jahre alte Sprinter vom Team Alpecin-Deceuninck tritt in den Finals bis zu über 1500 Watt, mehr als jeder andere. (HINTERGRUND: Warum Jasper Philipsen in der Szene umstritten ist)

Seit seinen Achtungserfolgen zu Beginn der Tour wird Bauhaus, der für Bahrain-Victorious antritt, anders wahrgenommen. Das Interesse von internationalen Medien an Bauhaus - zwischenzeitlich wegen eines schnell ausgeräumten Streits mit der ARD wegen der Dopingverdacht-Vorgeschichte seines Teams in den Schlagzeilen - hat zugenommen.

Sein Erfolgsrezept? Bauhaus kann sich auch ohne Helfer eine ideale Ausgangsposition vor einem Massensprint erarbeiten. „Ich hatte nie den besten Begleiter der Welt und habe trotzdem meine Rennen gewonnen. Es ist definitiv eine Qualität von mir“, sagte er.

Nun muss sich Bauhaus aber zunächst gedulden. Erst auf der 18. Etappe tief in der letzten Tour-Woche wird wieder eine Sprintankunft erwartet, bis dahin warten noch schwere Etappen im Hochgebirge. „Sprinten in der letzten Woche ist anders“, sagte Bauhaus: „Die Beine werden nicht besser. Als Sprinter leidet man mehr.“