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Tour de France: Simon Geschke von Giant-Alpecin im SPORT1-Interview

Geschke: Werde Freiheiten bekommen

Simon Geschke erlebt mit einem Etappensieg bei der Tour 2015 seine sportliche Traumstunde. Im SPORT1-Interview verrät er seine Ziele für 2016.
Le Tour de France 2015 - Stage Seventeen
Le Tour de France 2015 - Stage Seventeen
© Getty Images
Simon Geschke erlebt mit einem Etappensieg bei der Tour 2015 seine sportliche Traumstunde. Im SPORT1-Interview verrät er seine Ziele für 2016.

Am 22. Juli feierte Simon Geschke seine größten Erfolg als Radprofi. Nach einer langen Solofahrt gewann er die 17. Etappe der Tour de France - eine schwere Bergetappe von Digne-les-Bains nach Pra-Loup. 

Auch in diesem Jahr ist der Fahrer vom Team Giant-Alpecin beim schwersten Etappenrennen der Welt am Start. Vor dem Start am Samstag hat sich SPORT1 mit dem 30-Jährigen unterhalten.

SPORT1: Im letzten Jahr haben Sie die 17. Tour-Etappe gewonnen. Was bedeutet das für Ihr Selbstvertrauen vor der diesjährigen Tour?

Simon Geschke: Es ist schön zu wissen, dass man das Potenzial besitzt, eine Grand-Tour-Etappe zu gewinnen. Das ist natürlich schon ein wichtiger Step, den man in der eigenen Entwicklung macht. Aber man kann nicht erwarten, dass es dadurch einfacher im Rennen wird.

SPORT1: Genießen Sie nun mehr Freiheiten in Ihrem Team?

Simon Geschke: Ich habe auch schon vor meinem Erfolg bei der Tour im vergangenen Jahr Freiheiten bei bestimmten Rennen gehabt bzw. die Leaderrolle innegehabt – beispielsweise bei den Ardennen-Klassikern.

SPORT1: Auf welchen Etappen rechnen Sie sich Chancen auf einen Etappensieg aus?

Simon Geschke: So etwas kann man im Voraus nicht sagen. Natürlich will ich um Etappensiege mitfahren. Vieles hängt aber auch davon ab, mit welcher Strategie wir die jeweiligen Etappen bestreiten. Ich habe natürlich auch Helferaufgaben zu erfüllen, aber es gibt schon einige Etappen, auf denen ich meine Freiheiten bekommen werde und auf eigene Rechnung fahren darf. Welche das sind, lässt sich aber im Vorhinein nicht klar sagen.

SPORT1: In Frankreich sind zwölf deutsche Fahrer am Start. Welchem Landsmann außerhalb von Giant-Alpecin drücken Sie am stärksten die Daumen?

Simon Geschke: Zunächst einmal habe ich zu allen deutschen Fahrern, die hier starten, ein gutes Verhältnis. Die Daumen drücke ich am stärksten Robert Wagner. Er debütiert in diesem Jahr hier. Ich glaube, es wird für ihn eine Herausforderung, in Paris anzukommen.

SPORT1: Was glauben Sie, wie viele deutsche Etappensiege wir erleben werden?

Simon Geschke: Nachdem Marcel Kittel wieder bei der Tour dabei ist, sage ich sechs.

SPORT1: Zur guten Erholung gehört auch ausreichend Schlaf. Dürfen Sie sich nach der ersten Etappe Deutschlands Viertelfinale bei der Fußball-EM, das mindestens bis 22.45 Uhr dauert, überhaupt ansehen?

Simon Geschke: Ja, natürlich. Ich bin kein ausgesprochener Fußball-Experte, werde mir aber im Anschluss an unsere erste Etappe das Spiel ansehen. Aber wenn ich müde bin, werde ich auch einfach einschlafen.

SPORT1: Bei der letzten Tour haben sie mit ihrem Vollbart für Aufsehen gesorgt. Haben Sie sich für dieses Jahr eine neue optische Überraschung ausgedacht?

Simon Geschke: Nein. Ich mag meinen Bart noch immer.

SPORT1: Sie haben uns im Herbst gesagt, sie müssten den Bart eigentlich mal vermarkten. Haben Sie seither Erfolge gehabt, was das Privat-Sponsoring angeht?

Simon Geschke: Dazu wird es in den nächsten Monaten eine News geben. Mehr verrate ich heute nicht.

SPORT1: Apropos Geld: Wird bei Giant-Alpecin eigentlich ganz brüderlich geteilt oder zahlt sich Eigeninitiative wie Ihr Husarenritt 2015 auch persönlich aus?

Simon Geschke: Nein, die Prämien, die wir einfahren, werden im Team aufgeteilt. Der eigene Marktwert steigt aber natürlich mit solch einem Sieg.