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Formel 1: Haas verweigert Rückzahlung an Ex-Sponsor Uralkali - und fordert noch mehr Geld

Brisanter Brief von Schumachers Team

Das F1-Team Haas lehnt eine Rückzahlung bereits erhaltener Gelder von Ex-Sponsor Uralkali ab. Zudem fordert der Rennstall um Pilot Mick Schumacher sogar noch eine weitere Entschädigung.
Beim Test in Barcelona durfte Nikita Mazepin noch für Haas ins Cockpit steigen, nun hat der russische Angriff auf die Ukraine für den 22-Jährigen Konsequenzen.
Das F1-Team Haas lehnt eine Rückzahlung bereits erhaltener Gelder von Ex-Sponsor Uralkali ab. Zudem fordert der Rennstall um Pilot Mick Schumacher sogar noch eine weitere Entschädigung.

Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg beendete der Formel-1-Rennstall Haas die Zusammenarbeit mit Nikita Mazepin und Hauptsponsor Uralkali. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Die Trennung mit dem Geldgeber könnte nun wohl noch ein juristisches Nachspiel haben.

Wie aus einem Brief von Haas an Uralkali hervorgeht, der motorsport-total.com vorliegt, will das Formel-1-Team bereits erhaltene Zahlungen nicht erstatten - und fordert im Gegenzug sogar noch mehr Geld von seinem Ex-Sponsor. (DATEN: Die Teamwertung der Formel 1)

Wenn es zwischen den beiden Parteien nicht zu einer Einigung kommen sollte, könnte der Fall vor Gericht landen. Im Raum soll eine Summe von ungefähr zwölf Millionen Euro stehen, die das Team von Mick Schumacher offenbar einbehalten will.

Haas: Uralkali hat eine Klausel ausgelöst

Uralkali hatte in einem Statement im März erklärt, dass die meisten Sponsorengelder für die Saison 2022 bereits überwiesen worden sein und dass man nach der Trennung eine Rückzahlung fordere. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)

Haas erläuterte in dem aktuellen Brief, weshalb man auf die Rückzahlung der Gelder verzichten wolle. Hiernach habe Uralkali gegen eine Klausel des Sponsorenvertrags verstoßen und die Kündigung sei somit rechtmäßig erfolgt.

Konkret sei es dem Unternehmen nicht erlaubt gewesen, „den Ruf oder das günstige Image von Haas zu schädigen, das Team in Verruf zu bringen oder lächerlich zu machen“. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)

Laut Haas habe die Nähe des Uralkali-Chefs zur russischen Regierung in Verbindung mit den von der Europäischen Union verhängten Sanktionen diese Klausel ausgelöst.

Haas verlangt zusätzliche acht Millionen Euro

Zum Zeitpunkt der Kündigung waren allerdings weder von der EU noch von einer anderen Partei Sanktionen verhängt worden.

Dennoch beharrt der Rennstall auf seinem Standpunkt: „Rechtswissenschaftler und Rechtsprechung sind sich darin einig: Wenn eine Partei aufgrund eines Vertragsverstoßes der anderen Partei den Vertrag aufkündigt, dann besteht keine Verpflichtung, die bereits erhaltenen Zahlungen zurückzugeben.“

Im Gegenzug verlangt Haas sogar noch weitere acht Millionen Euro von Uralkali, wie aus dem Brief hervorgeht. Solange dieses Geld nicht eingegangen ist, verweigert das US-Team die Herausgabe eines Formel-1-Autos von Mazepin aus der Saison 2021.

Uralkali hat sich zu dem Brief bislang noch nicht öffentlich geäußert.

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