Einen Sympathiewettbewerb wird David Schumacher nach diesem Rennwochenende am Norisring wohl nicht gewinnen.
“Dieser verdammte Schumacher“
Am Sonntag fuhr der Sohn von Ralf Schumacher im zweiten DTM-Rennen an diesem Wochenende in der Grundig-Kehre in das Heck von Patric Niederhauser. Der Schweizer drehte sich und musste wenige Runden später das Auto abstellen.
„Was für ein verdammter Idiot, ernsthaft“, schrie Niederhauser direkt nach dem Zusammenprall in den Boxenfunk und legte noch ordentlich nach: „Dieser verdammte Schumacher, verdammt noch mal.“
Nach dem Rennen, das auch für Schumacher nach dieser Aktion beendet war, gab es eine Aussprache der beiden in der Boxengasse. „Ja kurz, aber es war nicht so gut“, zeigte sich Niederhause auch danach noch nicht besänftigt. Schumacher selbst war hingegen einsichtig.
Schumacher übernimmt die Verantwortung
„Es war auf jeden Fall mein Fehler. Er konnte nichts dafür“, sagte der 21-Jährige zu ran und schob noch eine Erklärung hinterher: „Wir haben im Mercedes so wie alle anderen Autos das ABS-System. Ich habe ganz normal gebremst. Irgendwann ist das ABS vorne so hart reingegangen. Ich denke, dass ich irgendwo eine Bodenwelle erwischt habe. Das Auto ist dann auf der Vorderachse wie auf Glatteis.“
Die Rennkommissare sahen die Schuld ebenfalls allein bei Schumacher. Daher erhielt der Winward-Pilot eine Strafe für das nächste DTM-Rennen. Demzufolge wird er Anfang August in der Startaufstellung für das ersten Rennen auf dem Nürburgring fünf Plätze nach hinten versetzt werden.
Es war allerdings nicht die einzige Situation, in der Schumacher für Unmut bei der Konkurrenz sorgte. Wenige Augenblicke nach der Situation kam Thomas Preining in die Grundig-Kehre - und wäre fast ebenfalls mit Schumacher zusammengerauscht.
Schumacher? „Wie ein Blinder“
„Der Mercedes mit der Nummer 27 hat sich in Kurve eins gedreht. Als er auf die Strecke zurückgefahren ist, wäre er mir fast reingekracht“, ärgerte sich der Manthey-EMA-Porsche-Pilot. „Es war so, wie wenn dir jemand im normalen Straßenverkehr den Vorrang nimmt - aus einem toten Winkel. Der ist wie ein Blinder zurück auf die Strecke gefahren“, beschrieb er Schumachers Verhalten, wollte sich aber nicht weiter darüber aufregen. „Aber wir haben trotzdem gewonnen. Von dem her ist mir das wurscht.“
Doch der Sonntag brachte nicht den einzigen Vorfall, bei dem Mick Schumachers Cousin im Fokus stand. Bereits am Vortag geriet er mit Luca Engstler zusammen - ebenfalls in der Grundig-Kehre. Während das Rennen für Engstler beendet war, fuhr Schumacher auf Rang 14. Durch eine nachträgliche Fünf-Sekunden-Strafe für diese Situation fiel er noch auf Platz 16 zurück.
Diese Entscheidung konnte Schumacher aber nicht nachvollziehen. „Ich muss sagen, dass ich es eine Frechheit finde“, schimpfte er bei ran. „Es war ein super sauberes Überholmanöver. Am Ende des Tages hat der Luca mich einfach übersehen, hat eingelenkt in mich rein. Und dafür habe ich eine Strafe bekommen, die ich komplett unfair finde.“
Und auch für die Gesamtwertung waren die Rennen nicht hilfreich. Nach drei Rennwochenenden liegt David Schumacher mit vier Punkten auf Rang 24 von 29 Fahrern.