Reis packt über Boateng-Verpflichtung aus

Reis packt über Boateng-Verpflichtung aus

Nach Jérôme Boatengs Amtsantritt als Co-Trainer bei Trabzonspor äußert sich Cheftrainer Thomas Reis erstmals zu dessen Verpflichtung - und offenbart, worum es ihm bei dieser Personalentscheidung vorrangig gehe.

Seit Anfang Oktober ist Jérôme Boateng als Co-Trainer von Thomas Reis beim türkischen Erstligisten Trabzonspor tätig. Reis hat nun über die Hintergründe zur Boateng-Verpflichtung ausgepackt und verraten, wie die Mannschaft vom 38-Jährigen profitieren kann.

„Mein neuer Co-Trainer ist nicht da, um Hütchen aufzustellen“, erklärte der 53-Jährige bei LinkedIn und verwies auf die Erfahrungswerte seines neuen Co-Trainers. „Jérôme Boateng ist Weltmeister. Er hat zweimal die Champions League gewonnen“ – genau das wolle Reis nutzen.

Thomas Reis äußerte sich zur Boateng-Verpflichtung
Thomas Reis äußerte sich zur Boateng-VerpflichtungThomas Reis äußerte sich zur Boateng-Verpflichtung© IMAGO/Anadolu Agency

Welche Rolle Boateng beim türkischen Erstligisten einnimmt

Des Weiteren machte er in seinem LinkedIn-Statement auch klar: „Mir geht es um das Sportliche. Darum, gute Leute um mich zu haben.“

Boatengs Aufgabengebiet sei mit seiner vergangenen Profi-Karriere als Innenverteidiger vor allem die Defensivarbeit. „Im Training nimmt er sich die Abwehrspieler“, erläuterte Reis. „Er geht rein, korrigiert, gibt Hinweise. Verschieben der Kette. Rausschieben. Das ist sein Bereich.“

Gekannt habe Reis den Ex-Bayern-Profi zuvor nicht. Die Idee der Boateng-Verpflichtung sei einer vereinsinternen Analyse auf der Suche nach Entwicklungsmöglichkeiten entsprungen. „Also habe ich mit ihm telefoniert. Und ihm gesagt, wie ich mir das vorstellen kann“, erinnerte sich der einstige Schalke- und Bochum-Cheftrainer. „Du gibst dein Wissen an die Jungs weiter. Du hast das auf höchstem Niveau erlebt“.

DEINE MEINUNG

Mit dem FC Bayern München gewann Boateng neunmal die deutsche Meisterschaft und zweimal die Champions League. Mit dem DFB-Team wurde er bei der WM 2010 Dritter und fuhr 2014 unter Jogi Löw dann den Weltmeistertitel ein.

Boatengs „weiß, wovon er spricht“

Und so habe seine Meinung auch Gewicht, „weil er weiß, wovon er spricht. Egal, mit wem er in der Mannschaft spricht.“ Im Umgang mit der Mannschaft erkenne Reis beim Weltmeister von 2014 bereits nach den ersten Wochen eine positive Entwicklung ganz nach seinem Geschmack.

„Am Anfang war er zurückhaltend“, schrieb der 53-Jährige über den Ex-Bayern-Profi, „aber von Tag zu Tag wird er sicherer. Bringt seine Ideen ein. So wie ich mir das wünsche.“

Boatengs Bayern-Praktikum wurde abgesagt

Boateng hatte seine Profikarriere im September 2025 beendet, zuletzt war er für den Linzer ASK aufgelaufen. In Deutschland blieb ihm der Einstieg in das Trainergeschäft verwehrt, ein geplantes Praktikum unter Vincent Kompany beim FC Bayern wurde nach massiven Protesten wieder abgesagt.

Grund für die Proteste war ein Urteil des Landgerichts München I vom Juli 2024. Boateng war dabei wegen vorsätzlicher Körperverletzung an einer ehemaligen Partnerin schuldig gesprochen und verwarnt worden. Als vorbestraft gilt er nicht.

Boateng bestreitet, jemals eine Frau geschlagen zu haben. Die Vorsitzende Richterin erklärte bei der Verkündung des Urteils, der Vorwurf des notorischen Frauenschlägers sei nicht zu halten gewesen sei. Für die erwiesenen Anklagepunkte erhielt Boateng eine Geldstrafe von 200.000 Euro sowie eine Verwarnung mit Strafvorbehalt.

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