Eigentlich hätte Mats Hummels allen Grund zum Jubeln: Die AS Rom hat mit einem Remis und Sieg in den Playoff-Spielen gegen den FC Porto das Achtelfinale der Europa League erreicht.
Was ist nur bei Hummels los?
Doch der ehemalige BVB-Star dürfte nicht allzu euphorisch sein, denn im entscheidenden Rückspiel gegen den portugiesischen Klub (3:2) schmorte Hummels erneut über die gesamte Spielzeit auf der Bank - zum bereits vierten Mal in Folge kam er nicht zum Einsatz.

Dabei deutete noch am Vorabend alles auf ein Hummels-Comeback hin: „Hummels erholt sich gut, ich sehe ihn gut: Er hat einen weiteren Schritt gemacht, eleganter und explosiver, er hat sich erholt. Er ist wieder voll da, er ist verfügbar“, betonte Roma-Coach Claudio Ranieri auf der obligatorischen Pressekonferenz.
„Rätselhaft”: Hummels wieder nur Zuschauer
Als der 36-Jährige dann wieder nur mit einem Bankplatz auf dem Spielberichtsbogen auftauchte, war die Verwunderung groß.
„Es ist rätselhaft, da er offiziell nicht verletzt ist und sich für die Roma als absolut unverzichtbar erwiesen hat“, urteilte das italienische Portal Calciomercato vor dem „wichtigsten Spiel des Jahres“. Der vierte Ausschluss in Folge hinterlasse „Fragezeichen“.
Hummels’ Auslandsabenteuer bei der Roma - es bleibt eine verzwickte Angelegenheit. Dabei schien der 36-Jährige nach einem holprigen Start mit zwei Trainerwechseln endlich angekommen zu sein.
Ursprünglich war Hummels von Roma-Legende Daniele De Rossi in die italienische Hauptstadt gelotst worden. Doch nur wenige Wochen nach dem Transfer wurde De Rossi entlassen.
Es folgte Ivan Juric als Coach, der den langjährigen deutschen Nationalspieler fast gar nicht berücksichtigte.
Hummels blüht unter Ranieri auf
Nachdem auch Juric seinen Hut nehmen musste, kam Claudio Ranieri zur Roma. Der 73-Jährige setzte direkt auf Hummels’ Erfahrung und betonte mehrfach, wie sehr er die Qualitäten des Deutschen schätze.
„Hummels hat sich dank seiner großen Professionalität über Wasser gehalten“, lobte Ranieri den Ex-Dortmunder zu Beginn des Jahres: „Er hat 100 Prozent gegeben, auch als der Trainer ihn nicht berücksichtigte. Wenn die jungen Profis intelligent sind, schätzen sie das und lernen davon.“
Unter Ranieri avancierte Hummels sowohl in der Serie A als auch in der Ligaphase der Europa League zu einer wichtigen Stütze der Roma. Die Fans feierten ihn und auch die stets kritischen italienischen Gazetten überhäuften Hummels mit Lob.
Nur ein Einsatz im Februar
Doch diese Glanzzeit scheint nun schon wieder Geschichte zu sein. Das im Spätsommer 2024 begonnene Auslandsabenteuer von Hummels bleibt augenscheinlich ein ständiges Auf und Ab.
Während der Innenverteidiger im Januar noch eine zentrale Rolle spielte, stehen für ihn im Februar lediglich 79 Einsatzminuten zu Buche. Diese absolvierte er in einem einzigen Spiel: beim Viertelfinal-Aus in der Coppa Italia gegen Milan (1:3).

Hummels’ letzter Ligaeinsatz liegt inzwischen sogar über einen Monat zurück. Beim Auswärtsspiel gegen Venezia vor zwei Wochen stand der 36-Jährige nicht einmal im Kader.
Immerhin hatte Ranieri damals eine Erklärung parat: Hummels habe viel gespielt und müsse regenerieren. „Es bringt mehr, die Akkus aufzuladen, Zeit mit der Familie zu verbringen“, erklärte der italienische Coach.
Keine konkrete Erklärung für Hummels-Ausschluss
Nachdem Hummels inzwischen bereits vier Spiele in Folge als Zuschauer verbrachte, dürfte sein Akku längst wieder gefüllt sein. Eine aktuelle Begründung für seine ausbleibenden Einsatzminuten bleibt Ranieri aber bislang schuldig.
Möglicherweise liegt die Antwort in der starken Konkurrenz: Die Dreierkette um Evan Ndicka, Gianluca Mancini und Zeki Celik wusste zuletzt mit soliden Leistungen zu überzeugen. Dass Hummels jedoch nicht einmal eingewechselt wurde, bleibt rätselhaft.
Somit steht der ehemalige Abwehrchef von Borussia Dortmund erneut vor einer Herausforderung: Er muss sich einmal mehr zurückkämpfen und seinen Stammplatz neu erobern.
Immerhin: Im Serie-A-Spiel gegen Monza durfte er wieder von Beginn an ran und sorgte mit einer Aktion für Aufsehen, als er mit einem sehenswerten Solo das zwischenzeitliche 3:0 einleitete.