Nach dem enttäuschenden Abschneiden im Sommer 2023 mit der deutschen U21-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft läuft es für Yann Aurel Bisseck sportlich inzwischen ausgezeichnet.
Ein Deutscher wird zum Problem für Pavard
Deutscher Problem für Pavard
Der damalige Kapitän der U21 schloss sich im Sommer Inter Mailand an. Mittlerweile ist der 23-Jährige, der sich beim 1. FC Köln nicht hatte durchsetzen können, zu einer echten Säule geworden.
Nachdem er zunächst nur Bankdrücker war und sich an die harte Gangart in Italien gewöhnen musste, wurde er Anfang November von Inter-Trainer Simone Inzaghi ins kalte Wasser geworfen.
Im Champions-League-Spiel bei RB Salzburg tat sich der Deutsche allerdings schwer. Bereits zur Pause musste er wieder vom Feld und wurde daraufhin erstmal nicht berücksichtigt.
Starke Auftritte: Youngster sticht Pavard und Co. aus
Drei Wochen später erhielt er bei Benfica Lissabon seine zweite Chance - und überzeugte. Er bereitete zu Beginn des zweiten Durchgangs das 1:3 von Marko Arnautovic vor und läutete damit die Aufholjagd der Mailänder an, die noch ein 3:3-Remis holten.
Auch Inzaghi zeigte sich beeindruckt vom 1,96m-Hünen. Zwar kam Bisseck am folgenden Wochenende gegen SSC Neapel nur für die Schlussphase in die Partie, doch seither ist er nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. Schließlich hat er in der Liga bisher noch kein Gegentor hinnehmen müssen.
Für seinen Ex-Trainer ist das kein Wunder. „Ich halte ihn für einen außergewöhnlichen Verteidiger und denke, er ist der Prototyp eines Verteidiger der Zukunft“, schwärmte David Nielsen, der ihn ein Jahr lang bei Aarhus trainiert hatte, im Sommer bei der Gazzetta dello Sport.
In die dänische Liga war das FC-Eigengewächs 2021 gekommen. Nach einer einjährigen Leihe verpflichtete der Klub den Mann mit kamerunischen Wurzeln im vergangenen Jahr fest. Er bedankte sich für das Vertrauen und lieferte Woche für Woche Top-Leistungen.
Bisseck glänzt auch als Torjäger
Für sieben Millionen Euro schlugen dann im Juli die „Nerazzurri“ zu und statteten ihn mit einem Vertrag bis 2028 aus. Dass er schon in seinem ersten Jahr derart überzeugt, dürften selbst die Verantwortlichen nicht erwartet haben.
Nun müssen sich aber gar routinierte Kräfte wie der Ex-Münchner Benjamin Pavard und Stefan de Vrij strecken. Schließlich kann Bisseck sowohl links als auch rechts in der Dreierkette spielen.
Der große Fan von NBA-Superstar Joel Embiid ist neben seiner Flexibilität auch torgefährlich. Kurz vor Weihnachten traf er gegen US Lecce zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung.
Bisseck muss sich beileibe nicht vor der hochkarätigen Konkurrenz im eigenen Team verstecken. Nun müssen erstmal Pavard und Co. ihrem Trainer beweisen, dass sie besser sind als das einst geschasste FC-Talent.