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Manchester United: Die Horror-Zahlen des 74-Millionen-Mannes

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Der Horror des 74-Millionen-Mannes

Rasmus Hojlund steht sinnbildlich für die Krise von Manchester United. Die Rolle des Mittelstürmers in der Offensive der Red Devils scheitert schon in den Ansätzen. Trotz katastrophalen Zahlen gibt es Hoffnung.
Die bisherige Saison von Manchester United ist für den Rekordmeister Englands eine Katastrophe: Rúben Amorim ist sich der Risiken und des Drucks bewusst und will in der vierten Runde des FA Cups gegen Leicester die Trendwende mit den Red Devils schaffen.
Johannes Behm
Rasmus Hojlund steht sinnbildlich für die Krise von Manchester United. Die Rolle des Mittelstürmers in der Offensive der Red Devils scheitert schon in den Ansätzen. Trotz katastrophalen Zahlen gibt es Hoffnung.

Manchester United erlebt eine sich fortsetzende sportliche Talfahrt und Rasmus Hojlund spielt dabei eine der Hauptrollen. Der Mittelstürmer kommt einfach nicht in Fahrt, oder besser gesagt: zum Schuss!

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Lediglich 16-mal schoss der 22-Jährige in dieser Saison in der Premier League auf den gegnerischen Kasten. Damit liegt er auf Platz 147 (!) - und das als Mittelstürmer! Die Hälfte seiner Abschlüsse verfehlte das Gehäuse, nur zweimal versenkte der 74-Millionen-Euro-Mann das Spielgerät im Tor.

Rasmus Hojlund macht in Manchester sportlich eine harte Zeit durch
Rasmus Hojlund macht in Manchester sportlich eine harte Zeit durch

An mangelnder Spielzeit scheitert es nicht: Hojlund kam in Englands höchster Spielklasse 20-mal zum Einsatz (14-mal Startelf) und stand über 1.200 Minuten auf dem Feld.

„Die Leiden des Rasmus Hojlund“

Bei sieben seiner 14 Startelf-Einsätze brachte es der dänische Nationalspieler nicht einmal auf einen einzelnen Abschlussversuch. In Lisandro Martínez (17 Schüsse), Diogo Dalot (19) und Casemiro (20) haben sogar Akteure aus ManUniteds Defensivabteilung mehr Abschlüsse als der Mittelstürmer.

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„Wer nicht schießt, kann keine Tore schießen. Das ist ein grundlegendes Mantra, das man wahrscheinlich von U8-Trainern hört“, beschrieb ESPN die Banalität des Themas.

„Die Leiden des Rasmus Hojlund“, titelte The Athletic kürzlich bei einem Versuch, die Hojlund-Problematik in der United-Offensive zu entschlüsseln. Das Ergebnis war wenig überraschend: Es läuft einiges schief!

Schlechte Ballannahme und Laufwege wie ein Fremdkörper

Hojlund selbst fluktuiert in seinen Leistungen noch stark und offenbart mitunter Probleme bei Ballannahmen, wirkt mit seinen Laufwegen aber auch häufig wie ein Fremdkörper.

„Ohne Training gibt es keine Bindung im Spiel. Ohne Training geht er manchmal weg, obwohl er sich nah anbieten sollte. Und manchmal bietet er sich nah an, obwohl er wegrennen sollte“, erklärte sein Trainer Rúben Amorim kürzlich.

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Allerdings gebe es nicht genug Zeit, um diese Abläufe zu trainieren. Stattdessen „reden wir über diese Dinge und er muss sich verbessern, genau wie seine Mannschaftskollegen“, betonte der Portugiese, der den Rest der Mannschaft zu Recht in seine Kritik einbezog. Denn selbst wenn Hojlund einen guten Laufweg macht oder sich in der gegnerischen Box absetzt, finden ihn seine Mitspieler nicht.

Hojlund findet im Strafraum nicht statt

Die Frage von ESPN, ob „ManUnited in diesem Schlamassel wäre, wenn Hojlund mehr Schüsse nehmen würde“, trifft es also nicht ganz, weil es an aussichtsreichen Möglichkeiten mangelt.

Lediglich 38 Ballkontakte hat Hojlund in dieser Saison im gegnerischen Strafraum. Damit liegt er in der Premier League auf Platz 121 - und das als Stürmer. Zum Vergleich: Liverpools Mohamed Salah liegt mit 238 Ballkontakten im Strafraum der gegnerischen Mannschaft auf Rang eins.

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Nimmt sich Hojlund zu viel zu Herzen?

An einer schlechten Einstellung mangelt es allerdings keinesfalls. Der junge Däne gibt sich kämpferisch und will sich aus seiner sportlichen Talfahrt herauskämpfen. „Hojlund will am Trainingsende noch ein bisschen mehr arbeiten, das ist das Beste um sich zu verbessern“, sprach Amorim über den ehrgeizigen Charakter.

„Aber als Fußballer muss er auch verstehen, dass man manchmal einfach ein schlechtes Spiel hat, aber man muss dann einfach weitermachen“, fuhr Uniteds Trainer fort und ließ durchblicken, dass sich der 22-Jährige durch schlechte Leistungen womöglich zu sehr nach unten ziehen lässt.

Zu empfehlen wäre ihm, wenigstens nicht die englische Klatschpresse zu lesen. „Ist Hojlund die schlechteste Nummer 9 in der jüngeren Geschichte von United?“, schrieb die Boulevardzeitung The Sun in der Bewertung der 0:1-Niederlage gegen Tottenham Hotspur. Hojlund, dessen Brüder Oscar und Emil bei Frankfurt und Schalke in Deutschland kicken, schnitt mit 3/10 Punkten als schlechtester Feldspieler ab.

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Die Hoffnung bleibt - Gyökeres als Vorbild?

Die eigentliche Frage der Zeitung sollte allerdings lauten: „Ist diese United-Mannschaft die schlechteste in der jüngeren Geschichte?“ Und angesichts der Tabellen-Situation (Platz 15) und der Leistung, die das Team auf den Rasen bringt, sollte die Frage mit einem deutlichen „Ja“ beantwortet werden.

Was Hojlund jetzt braucht, ist das Vertrauen seines Trainers, damit er das Vertrauen in sich selbst wiederfindet. Vielleicht hilft dem 22-Jährigen der Weg von Viktor Gyökeres dabei. Der Schwede, heute einer der Top-Stürmer Europas, war in Hojlunds Alter noch erfolglos in der Championship, wo ihm erst mit 23 Jahren der Durchbruch gelang. Bei seiner nächsten Karriere-Station landete er dann beim jetzigen United-Coach Amorim in Lissabon, wo er zu einem der besten Stürmer Europas reifte.