Am Deadline Day wechselte Pierre-Emerick Aubameyang auf den letzten Drücker vom FC Barcelona zum FC Chelsea.
Premier League: Bricht Aubameyang Chelseas Trikotnummern-Fluch
Bricht Auba den irren Chelsea-Fluch?
Sein neuer Trainer Thomas Tuchel dürfte tief durchgeatmet haben, als der Deal endlich in trockenen Tüchern war.
Denn nach den Abgängen von Timo Werner (zu RB Leipzig) und Romelu Lukaku (zu Inter Mailand) hatte der deutsche Blues-Coach im Angriff eine große Lücke zu stopfen.
Tuchels Wunschspieler war deshalb ein alter Weggefährte aus Dortmunder Zeiten: Aubameyang eben. (DATEN: Die Tabelle der Premier League)
Das englische Oberhaus ist kein Neuland für den 33-Jährigen! Auba schnürte von Januar 2018 bis Januar 2022 die Kickstiefel für den Stadtrivalen FC Arsenal. In 128 Premier-League-Partien traf der Ex-BVB-Star starke 66 Mal ins Schwarze.
Nun schreckt der Gabuner nicht davor zurück, sich eine Trikotnummer auszusuchen, die regelrecht verflucht zu sein scheint. Doch Auba will den irren 9er-Fluch brechen.
Tuchel: „Die Leute sagen mir, dass es verflucht ist“
„Es gab keine große Nachfrage nach der Nummer 9″, verriet Tuchel vor dem Saisonstart. „Die Spieler wollen manchmal die Nummer wechseln, aber überraschenderweise will die 9 niemand haben.“
Und weiter: „Jeder, der länger im Verein ist als ich, sagt mir: ‚Ach, weißt du, der hatte die 9 und hat kein Tor geschossen, und der hatte die 9 und hat auch kein Tor geschossen.‘“
In der Tat scheint bei Chelsea auf der sonst so beliebten Rückennummer eine Art Fluch zu lasten - ein Fluch, der schon auf die Zeiten von Fernando Torres zurückgeht. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)
Der spanische Mittelstürmer stand zwischen 2011 und 2014 in 110 Premier-League-Spielen für die Londoner auf dem Platz, traf aber lediglich 20 Mal ins Netz. Seiner damaligen Rekordablöse von 58,50 Millionen Euro wurde „El Niño“ nie gerecht.
„Es ist verflucht, es ist verflucht, die Leute sagen mir, dass es verflucht ist“, erklärte Tuchel. „Es ist nicht so, dass wir die Nummer 9 aus taktischen Gründen offen lassen, für einige Spieler, die vielleicht noch kommen werden.“
Torres, Falcao, Morata und Co. ereilt der Chelsea-Fluch
Torres‘ Nachfolger Radamel Falcao erwischte es 2015/16 noch schlimmer. Der kolumbianische Torjäger kam in London gar nicht zu recht. Nach einem Jahr, zehn Premier-League-Partien und nur einem Tor suchte er schon wieder das Weite.
2017 nahm Chelsea schließlich Álvaro Morata für stolze 66 Millionen Euro von Real Madrid unter Vertrag. Doch der 9er-Fluch ereilte auch den spanischen Nationalspieler, der lediglich 16 Treffer in 47 Premier-League-Spielen erzielte.
Immerhin benötigte er fast nur ein Drittel der Spiele wie Torres. Bedenkt man jedoch die hohe Ablöse, ist auch diese Torquote für einen Stürmer seines Kalibers eindeutig zu niedrig. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Premier League)
Im Januar 2019 lockte Chelsea-Coach Maurizio Sarri seinen ehemaligen Napoli-Angreifer Gonzalo Higuaín für eine Leihgebühr von neun Millionen Euro von Juventus Turin an die Stamford Bridge. Doch auch der argentinische Goalgetter enttäuschte.
Hatte der 31-Jährige noch für Real Madrid und den SSC Neapel weit über 200 Tore erzielt, traf Higuaín in der Premier League für die Blues nur fünf Mal in 14 Spielen. Kein Wunder, dass Chelsea die Kaufoption in Höhe von 36 Millionen Euro verstreichen ließ und wieder einmal einen neuen Neuner suchen musste.
Aubameyang schnappt sich Lukakus Trikotnummer neun
Diesen fanden die Londoner in ihren eigenen Reihen: Nach zahlreichen Leihen durfte sich Eigengewächs Tammy Abraham in der ersten Mannschaft beweisen. Und obgleich seine Torquote in der Premier League ordentlich war - 21 Tore in 56 Spielen - wurde Abraham zuerst an den AS Rom verliehen und 2021 für 40 Millionen Euro verkauft.
Stattdessen wurde alles auf die Karte Romelu Lukaku gesetzt! Nach 64 Treffern in 95 Serie-A-Partien überwiesen die Londoner vergangenen Sommer satte 113 Millionen Euro für den belgischen Sturm-Tank an Inter Mailand.
Aber nur ein Jahr später die Ernüchterung. Lukaku kam bei den Blues überhaupt nicht in Tritt, musste meist auf der Bank Platz nehmen und traf kein Scheunentor. Acht Tore in 26 PL-Einsätzen waren ernüchternd. Der 29-Jährige ergriff deshalb die Flucht und kehrte per Leihe wieder zu Inter zurück. Ein extrem teures Missverständnis für Chelsea.
Nun also soll es Aubameyang mit der Nummer 9 richten. Ob damit sein Absturz besiegelt ist, wird sich erst im Laufe der Saison zeigen.
Zumindest nimmt der frühere BVB-Star die Wette an - und wird am Ende möglicherweise der Spieler sein, der den irren Fluch der Nummer 9 beendete.