Marina Granovskaia ist keine Frau fürs Rampenlicht. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Premier League)
FC Chelsea nach Abramowitsch-Abschied - bleibt Iron Lady Marina Granovskaia?
Was wird aus Abramowitschs Iron Lady?
Lieber steht die 47-Jährige etwas abseits, beobachtet sehr genau, durchdenkt die Dinge, schlägt im richtigen Augenblick zu - und das so hart, so unerbittlich, dass die englische Presse ihr einst den Spitznamen „Iron Lady“ verpasste. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)
Seit 2013 ist Granovskaia als Sportdirektorin für die Geschicke des FC Chelsea verantwortlich, macht große Deals klar, jongliert mit Abermillionen. (DATEN: Die Tabelle der Premier League)
Der Mann, der sie seinerzeit zu den Blues geholt hatte – erst als persönliche Beraterin, dann als mächtige Frau für alles –, ist niemand Geringeres als Roman Abramowitsch.
Jener milliardenschwere Russe, der am vergangenen Mittwoch verkündet hatte, den Verein aus dem Stadtteil Fulham zu verkaufen und den Erlös an die Opfer des Ukraine-Kriegs zu spenden.
Doch bedeutet der Abschied des 55-Jährigen vom FC Chelsea auch das Ende von Granovskaia?
Zumal: Die Russin, die ebenfalls über einen kanadischen Pass verfügt, gilt als einzige Person im Klub, die in regelmäßigem Austausch mit Abramowitsch steht.
Abramowitsch holte Granovskaia an seine Seite
Der Öl-Milliardär, dem Verbindungen zu Präsident Wladimir Putin nachgesagt werden, hatte Granovskaia bereits vor 23 Jahren an seine Seite gestellt, sie gefördert und immer weiter aufsteigen lassen.
Nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine Ende Februar und dem Druck, der daraus folgte, hatte Abramowitsch kaum eine andere Wahl, als die Blues zu verkaufen – jenes Lebensprojekt, das nicht zuletzt dank Granovskaia einen so besonderen Glanz bekam.
Nach Informationen des The Telegraph in England könnten das auch die künftigen Eigentümer zu schätzen wissen.
So sei es durchaus möglich, dass die „mächtigste Frau im Fußball“ – wie The Times sie einst nannte – ihren Job als Sportdirektorin behält. Voraussetzung dafür aber wohl: der Abbruch aller professionellen Verbindungen zu Abramowitsch.
Wer kauft Chelsea nach Abramowitsch-Abgang?
Nicht zuletzt dafür braucht Granovskaia das Vertrauen der künftigen Klub-Eigentümer.
Fragt sich nur, wer für einen Kauf überhaupt infrage kommt. Wie der Schweizer Blick berichtet, ist ein schweiz-amerikanisches Konsortium aktuell in der Pole-Position, um sich die Mehrheiten des Hauptstadt-Klubs zu sichern.
So sollen die beiden führenden Unternehmer Hansjörg Wyss und Todd Boehly bereits in Verhandlungen mit Abramowitsch stehen, einen Deal gar bis Montag möglich machen.
Am Ende wird es vor allem um Zahlen und das harte Ringen um einen Preis gehen.
Kaufpreis deutlich über 210 Millionen Euro
Zur Erinnerung: Abramowitsch hatte Chelsea 2003 für 210 Millionen Euro gekauft. Das ist lange her und dürfte nicht mal annähernd mehr die zahlenmäßige Dimension darstellen, in der Chelsea inzwischen angesiedelt ist.
Nach seinem Abgang wird es indes großflächiger Veränderungen bedürfen. Veränderungen, die zu managen nicht zwingend eine Protagonistin fürs Rampenlicht erfordert.
Dafür jemanden, der bei den Blues im Hintergrund die Strippen zieht - oder eben eine „Iron Lady“.