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Amazon-Doku: Wayne Rooney über Schlägereien in der Jugend und Fergusons Vorahnung

Rooney offenbart Schläger-Vergangenheit

Wayne Rooney hat eine bewegte Karriere hinter sich. Der heutige Trainer spricht über Schlägereien in der Kindheit und ein Treffen mit Alex Ferguson.
Wayne Rooney lehnt die Chance ab, Trainer seines Jugendvereins Everton zu werden, sondern bleibt Derby County im beinahe aussichtslosen Abstiegskampf treu. Leicht hat er es sich nicht gemacht.
Wayne Rooney hat eine bewegte Karriere hinter sich. Der heutige Trainer spricht über Schlägereien in der Kindheit und ein Treffen mit Alex Ferguson.

Wayne Rooney war ein außergewöhnlicher Fußballer.

Außergewöhnlich gut, ja. Aber eben auch ganz anders als so viele um ihn herum. Seinen großen Durchbruch erlebte der langjährige Superstar bei der EM 2004. Mit gerade einmal 18 Jahren versetzte er seine Gegner in Angst und Schrecken.

Sein Wille, gepaart mit einer tief verankerten Wut, machten den Angreifer schon früh unglaublich gefährlich. „Du hast ihn angeschaut und du wusstest, dass er alles in seinem Weg zerstören will“, sagte Thierry Henry nun über den Rekordtorschützen von Manchester United. Der Franzose ist nur einer von vielen Ex-Stars, die in einer neuen Dokumentation zu Rooneys bewegter Karriere Stellung nehmen. (DATEN: Die Tabelle der Premier League)

Veröffentlicht wird „Rooney“ auf Amazon Prime am Freitag. Erste Auszüge daraus machen schon jetzt in den englischen Medien die Runde. SPORT1 hat ein paar Highlights zusammen gestellt.

Rooney über Kämpfe in der Kindheit:

„Ich war nicht das netteste Kind. Ich habe ein paar Dinge getan, die falsch waren und ich war in viele Kämpfe verwickelt, als ich jünger war“, erzählte Rooney selbst. Was ihn angetrieben habe? „Ich weiß nicht, ob es Wut war. Manchmal hast du was abbekommen und das ist nicht nett, aber ich habe es immer ein bisschen genossen.“

Zusammen mit Freunden sei er in Manchester oft auf Konzerte gegangen - immer in dem Wissen, das es für die Truppe aus Liverpool zu einer Schlägerei kommen könnte. „Ich kann mich daran erinnern, wie mir der Kiefer gebrochen wurde. Ich war etwa 13 und ein Typ hat mich gepackt und geschlagen. Ich habe mich geduckt und ihm einen heftigen Schlag mitgegeben und dann bin ich weggerannt.“ (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

Seine Mutter sei nicht begeistert gewesen und sein Vater habe ihm schon mal eine gewatscht. „Dir wird beigebracht, dass du für das Überleben kämpfen musst.“

Dies habe ihn auch auf dem Platz ausgemacht, meinte sein Ex-Kollege Gary Neville: „Er hat für jeden Ball gekämpft, ist in jeden Kopfball gesprungen, hat sich in jede Grätsche gehauen, für sein Leben verteidigt, für sein Leben angegriffen. Das machte ihn so speziell.“ Rooney habe zwar mal hier und da ein paar Schläge verteilt, aber nie jemand geschlagen, „der es nicht verdient hätte“.

Schon vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Rooney zu Beginn seiner Karriere mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte.

Rooneys Gang in Fergusons Büro

2010 dachte Wayne Rooney, heute längst eine Vereinslegende, darüber nach, Manchester United zu verlassen. Superstars wie Cristiano Ronaldo und Carlos Tevez wurden verkauft und Rooney hatte ein Mega-Angebot von Manchester City vorliegen. 200.000 Pfund pro Woche hätte er verdienen können, sagt er heute.

„Ich bin zu Alex Ferguson ins Büro gegangen und habe gesagt: ‚Was ist hier der Plan?‘ Der Trainer habe ihm nur gesagt, das er sein Büro verlassen soll.“ Rooney machte deutlich, dass es ihm nicht ums Geld ging. Sondern um den sportlichen Erfolg. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Premier League)

Und der war zu diesem Zeitpunkt schon gefährdet, sagt er im Rückblick. Auch Ferguson habe dies gewusst. „Wenn man nach diesem Treffen fünf Jahre weiter schaut ... Alex Ferguson wusste, auf welchem Weg der Klub sich befand und er hat sich so schnell wie möglich verabschiedet. Und bis heute sammeln sie noch die Einzelteile auf.“

Ferguson ging 2013, Rooney rund vier Jahre später. Den Glanz aus den gemeinsamen Tagen hat der Klub seitdem verloren. Ein ernstzunehmender Titelkandidat waren die Red Devils schon lange nicht mehr.

In der Amazon-Doku spricht Rooney zusammen mit seiner Frau Coleen auch über private Schwierigkeiten und Seitensprünge. „Die Leute sehen mich immer noch mit anderen Augen“, sagte der außergewöhnliche Fußballer: „Für mich ist es wichtig, dass die Leute sich daran erinnern, wer ich bin und nicht an das, was ich getan habe.“