Beim FC Bayern haben es die Fans in dieser Saison schon häufig bewundern dürfen, doch im Trikot der französischen Nationalmannschaft war es eine Premiere: Ein Tor von Michael Olise, dazu noch ein sehr sehenswertes.
Bayern sei Dank
Der 23 Jahre alte Flügelspieler erzielte am Sonntagabend im sechsten Länderspiel sein erstes Tor für Frankreich, brachte die Équipe Tricolore mit einem direkten Freistoß aus knapp 16 Metern mit 1:0 in Führung und gab seiner Mannschaft damit auch den Glauben zurück, das 0:2 gegen Kroatien aus dem Hinspiel noch drehen zu können.
Zehn Minuten vor dem Ende egalisiert Ousmane Dembélé dann tatsächlich das Ergebnis aus dem Hinspiel - nach Vorarbeit von Olise. Frankreich rettete sich in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen, das Olises Bayern-Kollege Dayot Upamecano schließlich entschied und sein Land ins Final Four der Nations League beförderte.
Frankreich feiert Bayern-Star Olise
Die Schlagzeilen nach der Partie gehörten jedoch klar Olise. Das französische Fachmagazin l’Équipe nannte ihn den „Detonator” und sprach ihm die beste Note aller Akteure auf dem Feld zu, RMC Sport schrieb von einem „außergewöhnlichen Freistoß, der ein tolles Spiel krönte“.
Die Zeitung Le Figaro bezeichnete den Bayern-Profi, der zu Beginn der Saison für 53 Millionen Euro von Crystal Palace zum FC Bayern gewechselt war, als „Dirigent des Orchesters“. FootMercato hatte ein Spiel gesehen, „das von Olise geprägt war“. Eurosport schrieb von „Olises großem Abend“ und einer „Glanzleistung“.
Frankreich-Trainer verweist auf FC Bayern
Am wichtigsten ist für Fußballer aber bekanntlich, was der Trainer denkt, der sich wie folgt äußerte.
„Michael hat viele Qualitäten. Er hatte komplizierte Phasen, aber durch das, was er im Verein macht, wo er sich auch sehr stark verbessert hat, konnte er heute glänzen“, erklärte Didier Deschamps: „Das ist sein Verdienst. Manchmal dauert es etwas länger, aber man muss immer Vertrauen haben.“
„Ich freue mich für ihn“, erklärte der Weltmeister-Trainer weiter und nannte auch die Bayern als Grund für Olises aktuelle Form: „Das lässt auf weitere Spiele hoffen, in denen er weiter Selbstvertrauen gewinnen wird. Er war vielleicht ein bisschen schüchtern und zurückhalten. Aber er ist durch seine Leistungen bei Bayern München entspannter und lockerer geworden.“
Dazu kommt: Olise sorgte für ein Tor mit Seltenheitswert: Seit Paul Pogba im Jahr 2018 hat kein französischer Nationalspieler mehr einen Standard direkt verwandelt. Letztmals in einem Pflichtspiel gelang dies 2007.
Für seinen Klub kommt Olise in dieser Saison bereits auf 25 direkte Torbeteiligungen in 40 Pflichtspielen. Nun scheint er auch im Nationalteam endgültig angekommen.