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Shinji Okazaki trifft für FSV Mainz 05

Okazaki bringt Mainz Europa näher

Okazaki schießt Mainzer Minimalisten gegen griechische Außenseiter zum knappen Sieg. Coach Hjulmand stellt Müller aufs Abstellgleis.
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© Getty Images
Okazaki schießt Mainzer Minimalisten gegen griechische Außenseiter zum knappen Sieg. Coach Hjulmand stellt Müller aufs Abstellgleis.

Bundesligist FSV Mainz 05 hat die Tür zu den Playoffs der Europa League trotz einer wenig überzeugenden Leistung aufgestoßen.

Beim Pflichtspieldebüt des neuen Trainers Kasper Hjulmand gewannen die Rheinhessen gegen Asteras Tripolis aus Griechenland nach großen Anlaufschwierigkeiten 1:0 (1:0) - und haben im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde am kommenden Donnerstag nun einen Vorteil.

Torjäger Shinji Okazaki erzielte das Siegtor (45.) noch in der Schlussphase der sehr schwachen ersten Halbzeit. Den ersten Aufreger gab es aber bereits vor Anpfiff. Publikumsliebling Nicolai Müller, der mit einem Wechsel zum Hamburger SV liebäugelt, gehörte nicht einmal dem Kader an.

Hjulmand, Nachfolger von Thomas Tuchel, begründete die Entscheidung damit, dass Müller derzeit nicht zu hundert Prozent bereit sei.

Der FSV hatte indes nur fünf Minuten vor Okazakis Tor Glück, beim Lattentreffer von Pablo Mazza nicht selbst in Rückstand geraten zu sein.

Auf dem Peloponnes muss sich der Tabellen-Siebte der vergangenen Saison deshalb steigern. Spielerisch überzeugten die Mainzer, die bei den bisherigen beiden Europa-Anläufen immer vor der Gruppenphase scheiterten, nach der Führung kaum.

Die Gastgeber waren drei Wochen vor dem Bundesligastart weit von ihrer Bestform entfernt, Hjulmand scheint seine ideale Elf noch nicht gefunden zu haben.

"Das Resultat ist sehr gut, aber unsere Leistung könnte besser sein. Ich denke, dass die erste Halbzeit nicht gut war. Wir haben zu viele technische Fehler gemacht und waren in der Abwehr zu offen", sagte Hjulmand nach dem Spiel im Interview mit SPORT1. "Der Gegner hat mehrfach gefährlich gegen uns umgeschaltet. In zwei Situationen hatten wir Glück. Nach und nach haben wir das Spiel aber besser kontrolliert."

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 Vor 18.287 Zuschauern in der Mainzer Arena begann der FSV trotz klarer technischer Überlegenheit viel zu zögerlich.

Die Offensivabteilung leistete sich leichtsinnige Abspielfehler, entwickelte in der Anfangsviertelstunde kaum Gefahr und agierte eher wie in einem Trainingsspiel.

Das Fehlen des vom Hamburger SV umworbenen Müller machte sich bemerkbar. Auf Nachfrage von SPORT1, ob der 26-Jährige dem Spiel gut getan hätte, antwortete Hjulmand: "Mir hat ein Spieler gefehlt, der hinter die Abwehr des Gegners zieht. Deswegen haben wir in der zweiten Halbzeit das System verändert. Dann hat das 3-4-3 besser funktioniert." Kein Wort zu Müller.

Die Gäste, die in der vergangenen Saison mit 28 Punkten Rückstand auf Meister Olympiakos Piräus Platz fünf in der heimischen Super League belegt hatten, überzeugten dagegen mit aggressivem Zweikampfverhalten und beherzten Angriffen über die rechte Seite des Mainzer Verteidigers Joo-Ho Park - sie wurden aber nicht belohnt.

In der 30. Minute vergab Pablo De Blasis aus aussichtsreicher Position den bis dahin besten Angriff der Griechen, zehn Minuten später jagte Mazza den Ball an die Mainzer Latte.

Hjulmand, Nachfolger von Thomas Tuchel, setzte bei seinem Debüt zu Beginn nur auf einen der vier Neuzugänge, er brachte den chilenischen WM-Teilnehmer Gonzalo Jara als Rechtsverteidiger.

Im Mittelfeld, das in der vergangenen Bundesliga-Saison zeitweise für Furore gesorgt hatte, mangelte es jedoch weiter an Kreativität. "Dass die Fans so applaudieren würden, hatten wir uns nicht verdient. Wir haben nicht wirklich gut gespielt und Riesen-Glück, dass wir mit einem 1:0-Polster nach Griechenland fahren dürfen", meinte Christoph Moritz bei SPORT1 zur überschaubaren Leistung seines Teams.

Okazakis Führungstreffer kam aus dem Nichts und war ein Zufallsprodukt im Strafraum.

Nur Sekunden nach dem Anpfiff der zweiten Hälfte tauchte De Blasis freistehend vor dem Mainzer Tor auf, vergab aber erneut (46. ). Auf der Gegenseite scheiterte Yunus Malli beim Versuch zu erhöhen (47.), akrobatisch aber erfolglos versuchte es Christoph Moritz in der 54. Minute per Fallrückzieher.

Nach gut einer Stunde bekam der FSV die Partie besser in den Griff, allerdings ohne zwingend auf das für das Rückspiel noch beruhigendere zweite Tor zu spielen. Es blieb dennoch beim Sieg.