Der FC Ingolstadt erlebt bisher eine rabenschwarze Saison. Nur fünf Punkte aus elf Spielen und ein Torverhältnis von -18 bedeuten die zweitschlechteste Bilanz nach elf Spieltagen ihrer Zweitligahistorie. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan des DFB-Pokals)
DFB-Pokal: Borussia Dortmund für FC Ingolstadt große Herausfoderung
So will Ingolstadt den BVB ärgern
Daran änderte auch der Trainerwechsel von Roberto Pätzold zu André Schubert Ende September nichts, denn der erhoffte Aufschwung blieb bislang aus. Nur ein Punkt aus drei Spielen und nun den großen BVB vor der Brust - die Vorzeichen könnten besser stehen für den Klub aus Oberbayern (DFB-Pokal: Borussia Dortmund - FC Ingolstadt am Dienstag ab 18 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM sowie ab 20 Uhr im LIVETICKER).
„Wenn ich die Gründe für den schlechten Start wüsste, würde ich darauf ein Patent anmelden. Wir sind auf jeden Fall alle damit unzufrieden gewesen. Das betrifft nicht nur das Trainerteam um Roberto Pätzold der dann gehen musste, aber auch uns Spieler, weil wir diejenigen sind, die dafür Verantwortung tragen in den 90 Minuten, wo wir die Spiele bestreiten“, sagte FCI-Kapitän Stefan Kutschke im Interview mit SPORT1.
Trotz des schier übermächtigen Gegners zeigte sich der Stürmer vor dem Pokal-Kracher aber kämpferisch. „Für viele von uns ist es das erste Mal im Signal-Iduna Park, ehemals Westfalen-Stadion. Das ist ein Highlight. Aber wie ich schon gesagt habe, das soll keine Touristen-Fahrt werden.“
Duell gegen Borussia Dortmund „riesiges Zubrot“
Dem 32 Jahre alten Stürmer ist die Rollenverteilung am Dienstagabend durchaus bewusst, trotzdem wollen die Schanzer kein Kanonenfutter für die Schwarzgelben sein. (NEWS: Alle aktuellen Infos zum DFB-Pokal)
„Ich glaube, in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Dortmund zu spielen, ist für den Verein und alle die hier tätig sind, ein riesiges Zubrot“, meinte Kutschke: „Dennoch werden wir nicht mit der weißen Flagge nach Dortmund fahren und fragen, ob wir das Trikot von dem oder von dem bekommen. Borussia Dortmund ist eine andere Liga, das ist auch klar.“
Ähnlich sieht es auch Team-Manager Malte Metzelder, der seit Juli dieses Jahres die Geschicke beim FC Ingolstadt leitet: „Es macht keinen Sinn, jetzt ein Visier herunterzulassen. Schön wäre es, wenn nach den 90 Minuten die Gegner und die Zuschauer sagen: Puh, Ingolstadt hat echt einen richtig guten Job gemacht.“
Für den ehemaligen Bundesliga-Profi wird es eine besondere Rückkehr sein: Zwischen 2005 und 2007 schnürte er in elf Pflichtspielen die Fußballschuhe für den BVB. Nun freut sich der 39-Jährige für seine Spieler, dass sie dieses Erlebnis vor der besonderen Kulisse im ehemaligen Westfalen-Stadion mitnehmen können.
Zündet der Trainer-Effekt gegen Borussia Dortmund?
Maßgeblich für den Ausgang dieses Erlebnisses wird die Arbeit des neuen Trainers André Schubert sein, der in den Augen seines Schützlings Kutschke die jungen Spieler bisher vor allem mit einem klaren Plan und schonungsloser Fehleranalyse weiter gebracht hat. (Das SPORT1-Interview mit André Schubert)
„Er hat uns erklärt, dass wir ein wenig von unserer jungen Art, weil wir eine sehr junge Mannschaft haben, auch so ein bisschen wegkommen und in dem geforderten Männerfußball ankommen müssen. Seine Art und Weise tut uns gut. Er hat eine Menge Erfahrung und einen großen Wissensschatz was den Fußball angeht“, erklärte der gebürtige Dresdner.
„Er hat vieles ruhig analysiert, ohne da jetzt jeden Spieler auseinander zu nehmen. Jeder weiß, dass er Fehler gemacht hat. Er zeigt sie klar auf, aber es wird in einer ruhigen und sachlichen Ebene diskutiert und kommuniziert. Das ist ein großer Punkt, auf den er viel Wert legt.“
Und auch Team-Manager Metzelder sieht in seinem Mann an der Seitenlinie den Richtigen, um den Tabellenletzten wieder zu besserer Verfassung zu führen: „Er hält eine gute Ansprache und vermittelt den Jungs das Selbstbewusstsein und den Glauben daran, Spiele zu gewinnen. Das ist besonders wichtig in so schwierigen Situationen.“
Schubert: Angst völlig deplatziert
Schubert selbst erklärte im Maschinensucher Doppelpass 2. Bundesliga auf SPORT1: „Angst ist im Fußball völlig deplatziert. Es ist ein Riesenspiel gegen einen tollen Gegner. Wir wissen das einzuschätzen: David gegen Goliath trifft es ganz gut. Aber es ist ein Fußballspiel, es geht nicht um Leben und Tod.“
Er glaubt: „Der Klassenerhalt ist wahrscheinlicher als die Sensation gegen Dortmund.“
Kleiner Hoffnungsschimmer: Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften unterlagen die Schanzer im Signal-Iduna-Park nur mit 0:1. Und der Pokal schreibt ja bekanntlich seine ganz eigenen Geschichten.