Der FC Bayern hat zum Start der Champions League ein Zeichen gesetzt.
Bayern fertigt blasses Barca ab
Die Münchner setzten sich bei einem erschreckend harmlosen FC Barcelona letztlich ungefährdet mit 3:0 (1:0) durch. Von einer Revanche für die 2:8-Schmach vor gut einem Jahr waren die Katalanen ohne ihren zu PSG abgewanderten Superstar Lionel Messi zu jeder Zeit weit entfernt. (SERVICE: Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)
„Wir haben hinten wenig zugelassen. Vorne hätten wir noch ein, oder zwei Tore mehr machen können. Hier zu spielen, macht einfach Spaß, die Jungs haben es genossen. Wenn du hier 3:0 gewinnst, ist das schon ein ganz wichtiges Signal. Wir freuen uns sehr“, sagte Torschütze Thomas Müller nach dem Spiel bei Amazon.
Bayern jubelt dank Barca-Schreck Müller
Müller brachte das klar überlegene Team von Trainer Julian Nagelsmann, der sein Königsklassen-Debüt für die Münchner feierte, in der 34. Minute in Führung. Es war bereits der siebte Treffer für den 32-Jährigen in sechs Spielen gegen die Katalanen - kein Spieler hat gegen sie im Europacup öfter getroffen. Schon vor der Partie hatten spanische Medien Müller deshalb als „schwarze Bestie von Barca“ bezeichnet. Torjäger Lewandowski erhöhte zweimal (56./85.). (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Champions League)
„In den Szenen davor habe ich mich meistens für einen Pass entschieden, dann hab ich mir gedacht: So, jetzt schießen wir mal aufs Tor. Natürlich ist er glücklich abgefälscht worden, aber man muss es einfach mal probieren“, sagte Müller. „Heute könne wir auf jeden Fall mit einem Gläschen mit der Mannschaft anstoßen.“
Bayern baut Startserie in der Champions League aus
Für die Münchner, die auch ihre starke Barcelona-Bilanz (achter Sieg im zwölften Duell) ausbauten, war es seit 2002 der 18. (!) Auftakterfolg in der Königsklasse in Serie bei einer beeindruckenden Tordifferenz von 45:2. In Gruppe E geht der Weg nur über die Bayern. Am 29. September folgt das Heimspiel gegen Dynamo Kiew.
Vorstandschef Oliver Kahn hatte vor dem „Treffen zweier Weltvereine“ (Nagelsmann) noch einmal eindringlich darauf hingewiesen, dass die Vergangenheit nichts mehr zähle und die Mannschaft nun aufs Neue zeigen müsse, „ob wir zu den Top Drei gehören. Und dafür ist heute der optimale Zeitpunkt.“
Doch der Start im Camp Nou war erst einmal zäh. Obwohl Barca-Trainer Ronald Koeman aus Respekt vor den Bayern drei Innenverteidiger um Kapitän Gerard Pique aufgeboten und eine defensivere Variante gewählt hatte, kamen die Münchner nicht so recht ins Spiel. Die Offensivreihe mit Jamal Musiala, der den leicht angeschlagenen Serge Gnabry in der Startformation ersetzte, Müller und Leroy Sané fand keine Räume.
Sané scheitert an ter Stegen
Nagelsmann, der ein unauffälliges schwarzes Outfit wählte, war nicht zufrieden. Er schnappte sich an der Außenlinie immer wieder einzelne Spieler und erteilte lautstark Anweisungen. Es half: So langsam wurde sein Team aktiver, zielstrebiger. Sane hatte die erste gute Chance (19.), doch Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen war auf dem Posten.
In der Folge bestimmten die Münchner klar das Geschehen. Pique klärte in höchster Not gegen Musiala (27.), ehe Müller aus der Distanz traf. Er hatte allerdings Glück, dass Eric Garcia den Ball bei seinem 49. Champions-League-Treffer entscheidend und unhaltbar für ter Stegen ablenkte.
Lewandowski macht alles klar
Barca, das unter anderem auf Sergio Agüero und Ousmane Dembélé verzichten musste, agierte dagegen oft zögerlich. Eine Abnahme von Sergi Roberto (15.) und ein Kopfball von Ronald Araújo (28.) - mehr hatten die Katalanen ohne Messi vor der Pause nicht zu bieten. Bayern sei „total dominant“, urteilte Amazon-Experte Matthias Sammer in der Halbzeit richtig.
Es änderte sich nach dem Wechsel nichts. Die Bayern drängten. Nachdem ter Stegen gegen Sané (52.) noch retten konnte, war er kurz darauf erneut machtlos. Lewandowski hatte nach einem Musiala-Schuss an den Pfosten abgestaubt - und war kurz vor Schluss noch einmal auf ganz ähnliche Weise erfolgreich. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Champions League)
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)