Tim Kleindienst war genervt. Aber so richtig. Nach dem blamablen 3:4 gegen den Bundesliga-Neuling SV Elversberg holte der Stürmer von Borussia Mönchengladbach zum Rundumschlag gegen die eigene Mannschaft aus – und er traf vor allem seine jungen Mitspieler.
Tim Kleindienst holt zum Rundumschlag aus
Kleindienst schnauzt Mitspieler an
„Wir waren alle mal jung, machen alle mal Fehler“, sagte Kleindienst, „aber wir wollten anfangen, im Spiel auch mal zu lernen.“
Rundumschlag von Kleindienst! „Wenger TikTok gucken“
Alle sollten „schleunigst mal irgendwie unseren Fokus so hochfahren, dass der auch 90 Minuten hält. Keine Ahnung, woran es liegt. Weniger TikTok gucken, oder was weiß ich. Ist mir eigentlich wurscht, was sie machen.“
Nach einer 3:1-Führung hatte sich die Borussia schon als Sieger gewähnt. „Ich habe keine Worte dafür. Wir haben es verschissen. Es geht definitiv in die falsche Richtung“, sagte Kleindienst über den folgenden Kollaps. Mit seiner Kritik an den Mitspielern war er aber noch nicht fertig.
Einbruch von Borussia Mönchengladbach lässt Kleindienst wüten
„Am Ende sollen sie irgendwas machen, dass sie die 90 Minuten klar bei Verstand sind und dann 90 Minuten durchhalten und den Fokus hochhalten“, forderte er, „dass wir bis zum Schluss verteidigen und halt nicht irgendwelche sinnlosen Ballverluste, Fehlpässe, Fouls machen, wo es gefährlich wird.“
Es gehe um klare Aktionen, Kleindienst empfahl: „Einfach den Ball von mir aus aufs Tribünendach ballern, aber halt nicht, wie wir es gemacht haben.“
Hamann redet sich wegen Kleindienst in Rage
Selbst hatte Kleindienst gedankenschnell und abgezockt das 2:1 eingeleitet – mit einem Einwurf, obwohl er wohl selbst zuletzt am Ball gewesen war. „Das war eine 50:50-Aktion“, sagte der 31-Jährige: „Sie können den Einwurf ja zurückpfeifen, wenn es falsch war.“
Wegen dieser Aktion wiederum hat sich Sky-Experte Dietmar Hamann regelrecht in Rage geredet. Er warf dem Stürmer eine „grobe Unsportlichkeit“ vor.
„Er macht es einfach unfassbar clever. Er nimmt sofort den Ball und wirft ein“, sagte Schiedsrichter-Experte Patrick Ittrich bei Sky. Hamann unterbrach: „Patrick, Patrick, Patrick, Patrick! Da muss ich dir jetzt was sagen. Das hat mit clever nichts zu tun. Das ist eine Unsportlichkeit!“
„Das ist nicht clever – das ist eine Unsportlichkeit!“
Während Ittrich weiter der Meinung war, dass Kleindienst „clever“ gehandelt habe, begann Hamann zu wüten: „Nein. Das ist nicht clever. Das ist eine Unsportlichkeit. Schlimmstenfalls eine grobe Unsportlichkeit. Ich weiß nicht, ob er den für sowas sperren kann“, erklärte der 53-Jährige.
Ittrich stellte klar, dass eine Sperre nicht möglich sei und derartige Szenen im Regelwerk „nicht verankert“ sind.
Aber Hamann war noch nicht fertig und unterstellte Kleindienst Absicht: „Er weiß hundertprozentig, dass er den Ball ins Aus spielt. Und er gibt dem Schiedsrichter natürlich kaum eine Möglichkeit, weil der Linienrichter steht zu weit weg – der hat’s nicht gesehen. Der Schiedsrichter hat es auch nicht gesehen. Der Kleindienst wusste, dass es kein Einwurf für Gladbach ist. Für mich ist das keine Unsportlichkeit, sondern eine grobe Unsportlichkeit!“