Lothar Matthäus hat Alarm geschlagen: Der TV-Experte sieht gewichtige Unstimmigkeiten in der Führungsebene des FC Bayern - und macht diese unter anderem am brisanten Fall Thomas Müller fest.
Müller? „In Hoeneß brodelt es“
Geht es nach dem Rekordnationalspieler, sind Sportvorstand Max Eberl und Ehrenpräsident Uli Hoeneß derzeit nicht auf einer Wellenlänge.

„Ich glaube, Max Eberl und Uli Hoeneß sprechen nicht alles ab“, befand Matthäus bei der Bild-Zeitung: „Es sieht so aus, als würde die Chemie nicht ganz stimmen, als sei es nicht so harmonisch in der Führung, wie man es sich in einem Unternehmen, das der FC Bayern ja ist, wünscht.“
„Thomas ist vielleicht sauer“
Matthäus weiter: Es seien „Unstimmigkeiten da, diese sind über die vergangenen Monate auch immer wieder nach außen gedrungen“.
Was gemeint sein dürfte: Hoeneß hatte Müller öffentlich ein Karriereende ans Herz gelegt. Einige Monate zuvor hatte Eberl eine mögliche Vertragsverlängerung mit dem Routinier dagegen quasi als Formsache dargestellt.
Aktuell geht die Tendenz bei Müller mehr denn je gen Abschied. Laut Kicker soll dem Offensivspieler kein Angebot mehr vorgelegt werden.
Matthäus mutmaßt: „Thomas ist vielleicht sauer, weil ein Gespräch zu wenig stattgefunden hat. Er liebt es, Fußball zu spielen, er möchte auf dem Platz stehen, wenn es um die Wurst geht: Damit kann er nicht zufrieden sein. Es ist sportlich nicht das, was es die letzten 17 Jahre war. Zudem muss Bayern auch Geld einsparen.“
Matthäus beklagt eigene Bayern-Erfahrung
Und gerade das leidige finanzielle Thema stoße wohl auch Hoeneß sauer auf, vermutete der TV-Experte: „In Uli brodelt etwas, das merkt man. Auch weil er sich Sorgen um die Finanzen macht. Das Festgeldkonto wird immer weniger, damit ist er nicht zufrieden. Das wäre ich auch nicht, wenn ich als Vater Geld verdient hätte und meine Kinder verprassen es ...“
Sollte Müller tatsächlich keinen neuen Vertrag bekommen, gelte es, eine gute Lösung zu finden: „Mit verdienstvollen Spielern muss man offen und ehrlich umgehen. Das ist in der Vergangenheit nicht immer passiert, auch ich musste es am eigenen Leib erfahren – zum Beispiel bei meinem Abschiedsspiel."
Bayern dürfe es auf keinen Fall verpassen, die „Beziehung mit Thomas so zu pflegen, dass er später bereit ist, einen wichtigen Posten im Verein zu übernehmen“.