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Gefährliche Diskussion um Bayern

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Gefährliche Diskussion um Bayern

Der FC Bayern wird in Leverkusen zum „FC Harmlos“. Trotzdem ist man in München zufrieden. Doch reicht dieser Fußball für die großen Titel?
Die Spielweise des FC Bayern im Topspiel bei Bayer Leverkusen sorgt für Diskussionen im STAHLWERK Doppelpass. SPORT1-Experte Stefan Effenberg verteidigt den Rekordmeister vehement.
Stefan Kumberger
Der FC Bayern wird in Leverkusen zum „FC Harmlos“. Trotzdem ist man in München zufrieden. Doch reicht dieser Fußball für die großen Titel?

Nur zwei harmlose Torschüsse, kein Eckball und ein xG-Wert von 0,14 - die Zahlen des FC Bayern im Topspiel bei Bayer Leverkusen sind die eines Absteigers. Und die Negativrekorde ließen sich noch weiter fortsetzen.

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Rekordnationalspieler Lothar Matthäus unkte nach der Partie bei Sky, er habe nie solch harmlose Bayern erlebt. Im STAHLWERK Doppelpass bei SPORT1 bezeichnete Europameister Steffen Freund die bayerische Leistung als „Aprilscherz“ und Manager-Legende Reiner Calmund stellte fest: „Es gab keine einzige Aktion, bei der hätte ein Tor fallen können.“

Trainer Vincent Kompany im Austausch mit Leroy Sané
Trainer Vincent Kompany im Austausch mit Leroy Sané

Einen Experten zu finden, der sich von den Bayern begeistert zeigte, war am vergangenen Wochenende unmöglich. Nur Stefan Effenberg gab sich relativ milde. Der SPORT1-Experte: „Bayern hat in der Defensive funktioniert, offensiv war es schwach. Aber das 0:0 haben sie gerne mitgenommen. Was wollten die Bayern nicht? Verlieren! Und das haben sie geschafft.“

Wie ist die Bayern-Leistung zu deuten?

Es ist die Lesart, die man an der Säbener Straße am liebsten hören dürfte. Motto: Ja, schwach gespielt, aber immer noch Tabellenführer.

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„Wir sind acht Punkte vorne - im Februar ... Das könnt ihr bezeichnen, wie ihr wollt. Ihr könnt es mit Adjektiven ummanteln, bis es kracht. Egal ob das meisterlich ist oder nicht: Wir sind acht Punkte vorn und haben am Dienstag die Chance, (in der Champions League; Anm. d. Red.) weiterzukommen. Um den Rest kümmern wir uns nicht“, sagte Thomas Müller.

Manuel Neuer erklärte am SPORT1-Mikro: „Es ist skurril, dass wir den ersten Torschuss in der 70. Minute hatten. Das gehört zum Fußball auch dazu. Ich glaube, wie wir es verteidigt haben, war sehr gut.“

Seine Aussagen garnierte der Kapitän dabei mit einem lausbübischen Grinsen, ließ aber den Fakt aus, dass es mindestens dreimal hinter ihm hätte klingeln können. Zweimal hatte Bayer 04 Aluminium getroffen, in der Schlussphase vergab Florian Wirtz eine Mega-Chance auf die Führung.

„Catenaccio alla Bavaria“

Die Bayern fühlen sich wohl in der Rolle, die sie in Leverkusen spielten. Ein Hauch von „Catenaccio“ umwehte die Münchner. Also jener italienische Fußballstil, bei dem das Ergebnis über allem steht. Ein torloses Remis oder ein 1:0-Sieg reicht oftmals, um zufrieden zu sein. An der Säbener Straße hatte man im Vorfeld des Topspiels nicht ohne Grund „Box-Defending“ trainiert.

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Doch die Erzählung vom „Catenaccio alla Bavaria“ ist gefährlich. Sie passt nicht zum Weltbild des FC Bayern. Der Rekordmeister will dominant sein und spätestens seit der Ära Guardiola auch schönen Fußball bieten. Vor allem Ex-CEO Karl-Heinz Rummenigge hatte immer wieder das attraktive Spiel eingefordert.

Insbesondere Niko Kovac bekam in seiner Zeit als FCB-Coach das Münchner Misstrauen gegenüber Ergebnisfußball zu spüren. Auch als Thomas Tuchel vergangene Saison zumindest in der Königsklasse Dominanz gegen Erfolg eintauschte, war man klubintern nur halbwegs zufrieden.

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Vincent Kompany - eigentlich auch ein Freund der Dominanz - entschied sich gegen Bayer um. Erstmals in dieser Saison beschloss der Bayern-Trainer, sich ganz und gar an die Spielweise des Gegners anzupassen.

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„Wir haben gut verteidigt. Wir haben uns diesen Punkt verdient. Wir kommen aus einem riesigen Kampf gegen Glasgow und müssen am Dienstag (im Rückspiel der Champions-League-Playoffs gegen Celtic; Anm. d. Red.) wieder bereit sein.“

Eine Erklärung, die einleuchtet, aber nicht jedem gefällt. Einzelne Bayern-Fans forderten in den sozialen Medien sogar „Konsequenzen“ - wie immer diese auch aussehen mögen ...

Traut Kompany seiner Mannschaft noch nicht?

Doch es gibt noch eine weitere Theorie, die die bayerische Leistung erklären könnte: Kompany wollte auch deswegen auf Nummer sicher gehen, weil er seiner Mannschaft noch nicht das große Feuerwerk zutraut - zumindest nicht in den Topspielen.

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Zur Erinnerung: Wenn die Bayern in dieser Saison schwächelten, dann in großen Spielen: Barcelona, Aston Villa, Rotterdam - selbst das Pokal-Aus gegen Leverkusen im Dezember oder das 3:3 bei Eintracht Frankfurt könnte man dazuzählen.

Fakt ist: Echte „Crunchtime“-Bayern sind die Münchner noch nicht. Nicht umsonst spricht Sportvorstand Max Eberl immer wieder davon, dass man sich in einer Entwicklung befinde.

Aber: Der Rekordmeister muss noch kein Top-Team sein. Denn erst im März, April und Mai werden die ganz großen Spiele kommen. Wahrscheinlich bereits im Achtelfinale der Champions League. Ein möglicher Gegner: Bayer Leverkusen.