Trauer beim FC Schalke 04!
Schalke-Star gibt Tränen-Interview
Um 17.24 Uhr war es Gewissheit: Die Mannschaft von Trainer Thomas Reis hat den Klassenerhalt nicht geschafft und muss nach nur einem Jahr wieder den Gang in die 2. Liga antreten. Bei RB Leipzig verlor Schalke mit 2:4 (1:2).
S04 hätte letztlich einen Sieg gebraucht, um mit drei Punkten am VfB Stuttgart vorbei zu springen und die Chance auf den Klassenerhalt noch in der Relegation zu haben.
Polter bricht in Tränen aus
Nach dem Abpfiff flossen bei den Spielern und Verantwortlichen die Tränen. Auch den zahlreich mitgereisten Fans war der Schock über den Abstieg zunächst anzumerken. Doch im Gegensatz zum Abstieg 2021, als die Mannschaft nach dem besiegelten Abstieg bei Arminia Bielefeld vor der eigenen Arena gejagt wurde, kamen nach wenigen Minuten wieder laute Gesänge aus der Kurve und die Schals wurden in die Luft gehalten.
Die Mannschaft lief langsam zu ihren Anhängern und wurde zum einen für die starke Rückrunde gefeiert sowie zum anderen aufgrund des Gangs in die 2. Liga aufgemuntert.
Stürmer Sebastian Polter, der im vergangenen Sommer vom VfL Bochum zu den Knappen gewechselt ist, gab nach dem Spiel unter Tränen ein Interview bei Sky. Er ließ seinen Gefühlen freien Lauf: „Es tut sehr, sehr weh. Es überwiegt die Enttäuschung. Dass wir abgestiegen sind, ist nichts Schönes für uns Spieler und den Verein. Ich habe viele Tränen vergossen. Ich bin aber auch jemand, der direkt wieder aufstehen möchte. Ich möchte helfen, es wieder aufbauen.“
Sein Teakollege Danny Latza erklärte: „Es ist brutal. Was wir in der Rückrunde abgerissen haben, war phänomenal. Jetzt ist nur Leere und Frustration angesagt.“
Schalke-Coach Reis meinte, dass der Verein nicht erst wegen der Niederlage gegen Leipzig abgestiegen sei.
Sein Boss Peter Knäbel lobte bei sowohl die S04-Fans als auch das Team: „Das erste Gefühl ist die sportliche Enttäuschung. Aber ich empfinde stolz für diese Truppe. Das ist Stolz für diesen Verein arbeiten zu dürfen, mit diesen tollen Fans.“
Knäbel: „Wir müssen die Realität greifen“
Knäbel ergänzte zudem: „Für mich ist es speziell. Ich habe schon den Abstieg vor zwei Jahren miterlebt, als wir chancenlos abgestiegen sind. Wir sind jetzt aber in der Rückrunde Achter gewesen.“ Aus diesem Grund täte es ihm für seine Spieler besonders leid.
Der Schalke-Bos blickte zugleich schon auf die kommende Spielzeit: „Wir müssen die Realität hinnehmen und nach vorne schauen. Es wird mit Sicherheit wieder einen Umbruch geben. Schalke 04 wird aber wieder parat sein für die 2. Liga.“
Eberl fühlt mit Schalke
Leipzig-Boss Max Eberl hatte Mitleid mit den Schalkern: „Ich freue mich über unseren Sieg und eine spannende Bundesliga-Saison. Aber man sieht auch Menschen, die gerade abgestiegen sind, das ist nicht schön.“
Sein Spieler und Torschütze Yussuf Poulsen sagte nach dem Sieg: „Ein Sieg ist immer nach meinem Geschmack. Wir waren über die 90 Minuten der verdiente Gewinner. Schalke hat das gemacht, was zu erwarten war. Es gab Momente, in denen es hätte kippen können. Die Schalker Fans haben dafür gesorgt, dass das Stadion gebebt hat, großes Lob.“
Poulsen gibt Schalke den Gnadenstoß
Die Partie begann bereits sehr schlecht für die Königsblauen, denn Leipzig ging in der 10. Minute durch Konrad Laimer mit 1:0 in Führung. Nur kurze Zeit später legte der DFB-Pokal-Finalist nach und erhöhte in Person von Christopher Nkunku (18.) auf 2:0.
Doch die Schalker kamen wieder zurück. Durch den Anschlusstreffer von Verteidiger Marcin Kamiński in der 28. Minute wurde der Glaube an den Relegationsplatz wieder größer.
Nach dem Seitenwechsel glichen die Gäste durch ein irres Eigentor von RB-Kapitän Willi Orban wieder aus. Nach einer Schalker Pressingaktion landete der Ball am Pfosten und Orban legte sich anschließend das Leder ins eigene Tor (50.).
Doch mit dem 2:3 von Leipzigs Yussuf Poulsen in der 83. Minute waren dann alle Hoffnungen der Schalker zerplatzt. Den Endstadt erzielte erneut Nkunku (90.+4). Sie spielen trotz starker Rückrunde in der kommenden Saison wieder in der 2. Liga.