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Drei Bayern-Probleme: Nicht nur die Chancenverwertung macht Sorgen

Die drei Bayern-Probleme

Der FC Bayern schlägt nach dem Pokal-Aus gegen den SC Freiburg zurück, hat aber noch einige Probleme, wie SPORT1 zeigt.
Auch Sadio Mané vergab Großchancen
Auch Sadio Mané vergab Großchancen
© Imago
Kerry Hau, Jonas Nohe
Der FC Bayern schlägt nach dem Pokal-Aus gegen den SC Freiburg zurück, hat aber noch einige Probleme, wie SPORT1 zeigt.

Die Enttäuschung über das Pokal-Aus? Bewältigt. Die Tabellenführung in der Bundesliga? Verteidigt. Die Moral vor dem Champions-League-Duell mit Manchester City? Gestärkt.

Der 1:0-Arbeitssieg beim SC Freiburg war aus vielen Gründen ein wichtiger für den FC Bayern. Abwehrchef und Torschütze Matthijs de Ligt mahnte nach Spielende am SPORT1-Mikrofon trotzdem: „Wir haben viel Luft nach oben.“

Wobei genau? SPORT1 beleuchtet drei Bayern-Probleme.

Schlechte Chancenverwertung

Die Bayern hätten wohl problemlos das Halbfinal-Ticket im Pokal gelöst und sich auch das Leben beim Liga-Spiel am Samstag leichter machen können, wären sie nicht so fahrlässig und inkonsequent mit ihren Chancen umgegangen. De Ligt: „Der letzte Pass, die letzte Chance, der letzte Schuss, das muss alles noch besser werden!“

Insbesondere Serge Gnabry, Sadio Mané und Leroy Sané ließen im Freiburger Stadion einige Hochkaräter ungenutzt. Der Gegner durfte deshalb bis zum Schluss auf den Ausgleich hoffen.

„Wir müssen früher den Deckel draufkriegen, sonst bleibt das Spiel immer spannend“, betonte auch Joshua Kimmich. Und Bayern-Trainer Thomas Tuchel ergänzte: „Uns haben die Ruhe und die Präzision im Abschluss gefehlt. Wir hatten wahnsinnig viele Chancen.“

Mit 77 Toren in der laufenden Bundesliga-Saison stellt der FCB zwar die beste Offensive in Deutschland – vor dem BVB (59 Treffer). Allerdings wurden auch schon 512 Torschüsse abgegeben. Bedeutet: Fast nur jeder siebte Schuss fand bis dato sein Ziel.

So viele Möglichkeiten auf Tore wird die Tuchel-Elf in Manchester nicht bekommen!

Kein echter Neuner

Teil des Chancen-Problems: Die Bayern haben seit dem Abgang von Robert Lewandowski nur noch Eric Maxim Choupo-Moting als klassischen Mittelstürmer mit typischen Wandspieler- und Torjäger-Fähigkeiten in ihrem Kader.

Auffällig in Freiburg, aber auch schon einige Wochen zuvor in Leverkusen: Ohne Choupo-Moting fehlt nicht nur jemand, der weiß, wo die Kiste steht, sondern auch Bälle unter Gegnerdruck festmachen und verteilen kann. Dessen sind sich die Verantwortlichen bewusst und sondieren den Stürmer-Markt nach einer Top-Lösung für die neue Saison.

Bis dahin muss Tuchel mit dem arbeiten, was er hat. Thomas Müller ist für ihn eine Option auf der Neun, solange Choupo-Moting fehlt, aber auch Gnabry, Mané sowie der junge Mathys Tel, der nach überstandener Adduktorenverletzung wieder zur Verfügung steht.

Bitter mit Blick auf das Spiel in Manchester: Choupo-Moting wird wohl nicht rechtzeitig fit werden. Auch am Sonntag verpasste der 34-Jährige aufgrund von Knieproblemen das Team-Training. Umso kaltschnäuziger werden sich Sané und Co. präsentieren müssen!

Zu wenige Stars in Top-Form

„Uns fehlt so ein bisschen die Leichtigkeit, das Selbstvertrauen“, sagte Tuchel zuletzt. Das Spiel in Freiburg bestätigte diese Aussage. Viele Stars kommen aktuell nicht an ihr höchstes Leistungslevel heran.

Das gilt auch für zuverlässige Stützen der vergangenen Jahre wie etwa Alphonso Davies oder Joshua Kimmich, die in mehreren Situationen ungewöhnlich fehlerhaft agierten. (DATEN: Die Ergebnisse der Bundesliga)

Bis auf de Ligt stach nur Benjamin Pavard zu 100 Prozent positiv heraus. Immerhin: Rückkehrer Jamal Musiala kommt langsam wieder in Fahrt und am Beispiel Sané zeigt sich, dass es den Bayern-Stars nicht an Arbeitseifer mangelt. Doch wird das reichen, um das formstarke City zu stürzen?

Tuchel weiß, dass in Manchester vor allem die Tagesform entscheidet. „Und deshalb“, betonte der Coach, „fahren wir mutig dorthin! Im Fußball kann immer alles passieren, wenn wir daran glauben und bereit sind, uns bis an die Decke zu strecken. Und ich glaube, dass wir das sind. Wir müssen uns körperlich komplett verausgaben und schlau sein.“