Viel Platz war nicht mehr übrig auf der Anzeigetafel im Münchner Olympiastadion, das mit 7.500 Zuschauern recht spärlich besucht war. Doch dafür wurden die anwesenden Bayern-Anhänger am 25. Februar 1984 bestens unterhalten, denn Mittelstürmer Dieter Hoeneß war in ungebremster Torlaune.
Hoeneß' historische Halbzeit
Am 22. Spieltag der Bundesliga-Saison 1983/84 empfing die Mannschaft von Trainer Udo Lattek Eintracht Braunschweig.
Die Vorzeichen waren klar: Für den Tabellenzweiten aus München zählte gegen die Gäste nur ein Sieg und so legte Karl-Heinz Rummenigge auch schon in der 14. Minute mit dem Tor-Reigen los.
Nur zehn Minuten später hätte es 2:0 für die Bayern stehen müssen, doch Braunschweigs Keeper Bernd Franke parierte einen Foulelfmeter von Karl-Heinz Rummenigge.
Dieter Hoeneß schreibt mit FC Bayern Bundesliga-Geschichte
Mit einer 1:0-Führung ging es in die Halbzeitpause, ehe Dieter Hoeneß Bundesliga-Geschichte schreiben sollte.
Fünf Tore innerhalb von nur 21 Minuten erzielte der jüngere Bruder von Bayerns Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß zwischen der 68. und 89. Minute und sorgte so für den 6:0-Endstand.
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Damit schnürte Dieter Hoeneß den bis dahin schnellsten Fünferpack der Bundesliga-Geschichte - es waren übrigens seine ersten Saisontore - und hielt diesen beeindruckenden Rekord über 31 Jahre.
Dann trat ein gewisser Robert Lewandowski am Abend des 22. September 2015 auf den Plan und schnappte sich den Rekord.
Lewandowski luchst Hoeneß Bundesliga-Rekord ab
Beim Stand von 0:1 gegen den VfL Wolfsburg wurde der polnische Top-Torjäger zur Halbzeit eingewechselt und stellte die Partie in neun Minuten auf den Kopf.
Zwischen der 51. und 54. Minute erzielte der Bayern-Star nicht nur den schnellsten Hattrick in der Bundesliga, seine Tore in der 57. und der 60. Minute bedeuten außerdem den schnellsten Fünferpack der Historie.
Lewandowski ist damit der 13. Spieler, der fünf Tore in einem Spiel schoss, allerdings ist er der einzige Einwechselspieler, dem dieses Kunststück gelang.
Da der Rekord aber zumindest in den Reihen des FC Bayern München blieb, wird Dieter Hoeneß das besser verschmerzen können als die Abschlusstabelle jenes Jahres.
Am Ende wurde der Rekordmeister mit einem Punkt Rückstand nur Vierter hinter den punktgleichen Gladbachern, Hamburgern und Stuttgart (alle 48:20). Der VfB wurde aber Meister wegen der besten Tordifferenz. Geschichten gibt‘s.