Drei Pflichtspielsiege und ein respektables Unentschieden gegen Manchester City – seit der bitteren 0:2-Pleite bei Union Berlin und damit auch seit der öffentlichen Kritik von Mats Hummels an seinen Teamkollegen läuft es wieder bei Borussia Dortmund. Ob es einen Zusammenhang zwischen Hummels‘ harschen Aussagen und der BVB-Trendwende gibt? (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Mats Hummels mit Hacken-Fehlpass: Wie man intern beim BVB darüber denkt
Hummels-Fehlpass: So denkt der BVB
In den vergangenen Wochen hatte der BVB-Star die Mannschaft nach schwachen Auftritten immer wieder kritisiert. Der Sexy-Vorwurf („Fußball ist nicht Hacke, Spitze, eins, zwei, drei auf fünf Metern“) und die Instagram-Kritik („Manchmal ist der einfache 20-Meter-Rückpass besser, auch wenn er danach nicht auf Social Media kommt“) scheint offenbar etwas in der Mannschaft ausgelöst zu haben.
„Es war vielleicht gut, dass Mats das angesprochen hat, weil seitdem läuft es“, befand beispielsweise Nico Schlotterbeck im ZDF-Sportstudio. „Der Erfolg gibt ihm recht.“ (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Hummels: Probleme intern angesprochen
Chefkritiker Hummels selbst wollte nach dem hart erkämpften 2:1-Sieg am Samstagabend in Frankfurt dagegen „auf keinen Fall sagen, dass das, was ich gesagt habe, eine 180-Grad-Kehrtwende herbeigeführt hat“, befand er bei Sky. „Null Komma null, das habe ich auch nicht erwartet.“
Den oft genannten Vorwurf, man solle solche Themen lieber „intern regeln“, entkräftete der 33 Jahre alte Routinier. „Es wird gerne gesagt, dass man so etwas intern machen soll“, sagte er. „Man kann sich aber sicher sein, dass das vorher schon passiert ist. Ein Dutzend Mal oder öfter. Manchmal ist es nicht verkehrt, wenn man so etwas öffentlich anspricht, weil es dann einen Fokus darauf gibt. Es ist der letzte Ausweg, wo man denkt: Vielleicht hilft das dann noch.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Für seine öffentlichen Aussagen wurde Hummels klubintern zum Rapport geschickt. Trainer Edin Terzic und Sportchef Sebastian Kehl, sprachen nach dem Union-Spiel mit Hummels und gaben zu verstehen, dass sie zwar hinter der Kritik stehen, diese doch lieber in der Kabine hören wollen (SPORT1 berichtete).
Adeyemi versteht Hummels-Kritik
Der Ex-Bayern-Star zog zudem einen Vergleich aus seiner Anfangszeit beim Rekordmeister. „Man braucht druckresistente Spieler, die nicht klein beigeben sollen“, sagte er. „Ich habe bei Bayern als junger Spieler auch sehr viel Druck bekommen und das war gut so.“
Ein klarer Adressat der Hummels-Kritik war Karim Adeyemi, der beim 0:2 in Berlin einen folgenschweren Hacken-Fehlpass spielte. Der 20 Jahre alte Shooting-Star gab vor wenigen Tagen zu, dass es „für einen jungen Spieler“ auch mal gut sei, „einen auf den Deckel zu kriegen.“ Und: „Wenn einer meckern darf, dann auf jeden Fall Mats Hummels.“
- „Die Dortmund-Woche“, der SPORT1 Podcast zum BVB: Alle Infos rund um Borussia Dortmund - immer dienstags bei SPORT1, auf meinsportpodcast.de, bei Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt
Hummels‘ Hacken-Fehlpass: Wie man intern darüber denkt
Übrigens: Hummels, den viele Fans und Experten aufgrund seiner zurzeit herausragenden Leistungen bei der WM sehen, unterlief in Frankfurt selbst ein Patzer.
Vor dem 1:1-Ausgleich durch Daichi Kamada spielte er den Ball unbedrängt mit der Hacke, anstatt ihn sicher zur linken Seite rauszuspielen. Intern ist man der Meinung, dass die Szene mit einem einfachen Pass links raus gelöst worden wäre.
In dieser Szene hätte sich der Weltmeister an seine eigenen Worte erinnern sollen …