Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic hat Thomas Müller nach dessen Aussagen zu Transfers verbal in die Schranken gewiesen.
Salihamidzic kritisiert Müller
"Der Thomas hat sich natürlich nach dem Pokalspiel, als er nicht so zufrieden mit der Leistung der Mannschaft war, vielleicht mit seiner Aussage ein bisschen verdribbelt", sagte Salihamidzic vor dem Spiel des FC Bayern gegen Borussia Mönchengladbach bei Sky.
Müller hatte im Zusammenhang mit einem möglichen Transfer zu Kai Havertz nach dem Pokalhalbfinale gegen Eintracht Frankfurt am Mittwoch für Wirbel gesorgt.
"Es ist ein bisschen paradox, wenn man immer über Neuzugänge spricht und gleichzeitig Gehälter eingespart werden", sagte Müller nach dem Einzug ins Pokalfinale, nachdem er zuvor in üblicher und respektvoller Manier betont hatte, dass sich seine Bayern selbstredend um "extrem gute Spieler" wie Kai Havertz bemühen sollten.
Salihamidzic bittet Müller zum Rapport
Salihamidzic verwies auf die generelle Haltung des Vereins, dass man sich erst zu Transfers äußere, wenn sie perfekt seien. "Das gilt nicht nur für uns alle Verantwortliche, sondern besonders für die Spieler. Daran sollten wir uns alle halten."
Zudem berichtete der künftige Sport-Vorstand der Bayern diesbezüglich von einem Gespräch mit Müller am Tag nach dem Pokalspiel. "Da haben wir am nächsten Tag direkt drüber gesprochen, wir haben uns hingesetzt", erklärte der 43-Jährige. "Ich habe ihm gesagt, dass das nicht korrekt war. Er hat das verstanden, er ist ein sehr, sehr intelligenter Junge, ein sehr, sehr intelligenter Spieler."
Flick äußert sich zu Müller
Nach dem Spiel bezog auch Trainer Hansi Flick Stellung zu Müllers Worten. "Ich gehe davon aus, dass es auch in dieser Periode auch zu Transfers kommen wird. Deswegen mache ich mir da wenig Gedanken", sagte Flick.
Er habe innerhalb der Mannschaft noch nichts von Diskussionen diesbezüglich gehört.
"Klar, ist es absolut in Ordnung, wenn sich Spieler darüber unterhalten, aber letztendlich muss alles auch weitergehen. Was wir machen und als Solidarität unseren Mitarbeitern anbieten, ist unsere Aufgabe. Das können wir ohne Frage", erklärte er und betonte: "Ich kann nur sagen: Es wird Transfers geben, auch wenn wir auf Gehalt verzichten. Das ist ganz normal, weil wir Abgänge haben, haben wir auch Zugänge."
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Die Bayern-Stars hatten sich zu Beginn der Corona-Krise mit dem Klub auf einen Verzicht von 20 Prozent ihres Gehalts geeinigt. Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für die Mitarbeiter des Klubs abzufedern, wurde Ende Mai ein erneuter Gehaltsverzicht vereinbart.