Videospiele und auch viele eSports-Titel stehen immer mehr im Fokus von Regierungen und Behörden.
Glücksspiel-Kontroverse um FIFA 18
Dabei geht es meist um Jugendschutz und auch Glücksspiel. So können in vielen Games virtuelle Schatzkisten oder Päckchen (Lootboxen) erworben werden, aus denen dann zufällig seltene Gegenstände oder, am Beispiel FIFA, Spielerkarten zu ziehen sind.
Vier von zehn Games sind Glücksspiel
In den Niederlanden, Belgien und auch in Deutschland wurde deswegen auch schon über die Zulässigkeit von Spielen wie EA Sports' beliebter Fußballsimulation diskutiert. In den Niederlanden wurden von der dortigen Glücksspielbehörde sogar zehn Spiele intensiv untersucht, mit dem Ergebnis, dass vier Spiele davon definitiv im Bereich Glücksspiel einzustufen seien.
Welche Spiele es genau sind, verriet die Behörde in ihrem Schreiben am Dienstag nicht, doch ein entsprechender Entwickler reagierte schon. Valve sperrte für seine Spiele Counter-Strike: Global Offensive und Dota 2 den Marktplatz für Gamer aus dem deutschen Nachbarstaat. Ansonsten könnte eine Strafe von 830.000 Euro oder (falls höher) zehn Prozent des Jahresumsatzes der entsprechenden "Glückspiele" fällig werden.
FIFA und PUBG dabei?
Welche anderen Spiele betroffen sind, ist noch nicht ganz klar. Auch die Auswahl der geprüften Titel wurde nicht transparent kommuniziert. Im Raum stehen laut des niederländischen Newsportals NOS FIFA 18 mit seinem Ultimate Team-Modus oder auch der Shooter Player Unknown's Battleground (PUBG).
Für die Glückspielbehörde ist beim Urteil wichtig, dass die Gegenstände im Spiel selbst einen realen Echtgeld-Wert haben, welcher gehandelt werden kann. Das ist über den "Steam-Communitymarkt" für Dota, CS:GO und auch PUBG möglich. Im FUT-Modus bei FIFA kann mit Echtgeld keine spezielle Karte gekauft werden. Über das Investment können nur mit der Ingame-Währung Päckchen geöffnet werden, deren Gewinn zufällig ist.
Strafe von über 400 Millionen Euro möglich
Falls die niederländische Behörde Kansspelautoriteit FIFA nun auch in das Verbot einbezogen hat, wäre eine mögliche Option für EA Sports, den FUT-Modus für holländische Gamer nicht mehr zugänglich zu machen. Nur dort sind die entsprechenden Packs verfügbar. Eine Strafe würde sich bei dem Umsatz von EA Sports laut NOS auf über 400 Millionen Euro belaufen.
In Belgien sind alle Spiele, in denen Lootboxen verfügbar sind, gesetzeswidrig. Auch dort stehen für Entwicklerfirmen, die nicht eingreifen, empfindliche Strafen von bis zu 1,6 Millionen Euro oder sogar Haftstrafen im Raum. Auf das dortige Gesetz reagierte EA Sports damals erklärend: "Wir sind zuversichtlich, dass unsere Spiele mit Gesetzen aus aller Welt übereinstimmen und wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst."
-----
Lesen Sie auch:
---