Hans-Joachim Watzke hat mit deutlichen Worten die Kritik an BVB-Trainer Peter Stöger wegen dessen schnellen Klub-Wechsels gekontert.
Watzke lästert über van Gaal

Der Geschäftsführer von Borussia Dortmund nannte die Glaubwürdigkeitsdebatte hinsichtlich des Stöger-Transfers in einem Bild-Interview für eine "Heuchel-Diskussion".
"Ich habe diese Kritik überhaupt nicht verstanden. Warum darf ein Trainer nicht, genau wie jeder andere deutsche Arbeitnehmer auch, zeitnah etwas Neues finden. Wenn man Peter Stöger daraus einen Strick dreht, finde ich das albern", sagte Watzke.




Zur Erinnerung: Stöger war nur sieben Tage nach seinem Rauswurf bei Schlusslicht 1. FC Köln beim BVB als neuer Chefcoach vorgestellt worden.
Weiter führte Watzke aus: "Es ist doch gut, dass man sofort wieder eine Aufgabe hat. Wenn es dann noch Borussia Dortmund ist, dann glaube ich, dass die meisten Kritiker mit dem Fahrrad zu uns gekommen wären. Das ist eine absolute Heuchel-Diskussion und leider inzwischen typisch für Deutschland. Darüber sollte sich eigentlich jeder freuen."
Wer kommt nach Stöger?
Auf die Frage nach der Zukunft im Anschluss an die Amtszeit von Stöger in dieser Saison hielt sich der 58-Jährige bedeckt. "Das ist derzeit völlig offen. Es ist ja gelungen, uns aus dieser ziemlich misslichen Situation - mit einem Trainer-Wechsel mitten in der Saison – zu befreien. Wir haben mit Peter Stöger vereinbart, bis zum 30. Juni zusammenzuarbeiten. Damit sind wir im Sommer völlig frei in unserer Entscheidung – in alle Richtungen."
Von der ständigen Debatte um Julian Nagelsmann als neuen Trainer nach Stöger ist dazu Watzke genervt. "Wir sollten diese mediale Diskussion beenden. Es ist nicht in Ordnung, dass öffentlich beinahe täglich über einen jungen, sicher hochqualifizierten Trainer diskutiert wird, der aber einen Vertrag bei einem Verein hat, dessen Chef sich ganz klar geäußert hat".

"Das ist kein Respekt gegenüber der TSG Hoffenheim, deshalb mag ich diese Fragen nicht – und werde sie auch nicht beantworten", sagte der BVB-Boss.
Watzke lästert über van Gaal
Dazu teilt Watzke in Richtung Louis van Gaal aus, nachdem der Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal vor kurzem über den BVB gelästert habe, er habe nicht genügend Zeit, um "aus einem kleinen Klub einen großen" zu machen.
"Louis van Gaal ist ja ein gebranntes Kind. Er war bei Bayern Trainer, als wir mit acht Punkten Vorsprung Meister geworden sind", konterte der BVB-Boss.
Und weiter: "In der Saison ist er nicht einmal Zweiter, sondern nur Dritter geworden! Aber dass er gar nicht so viel Zeit benötigt, hat er bei Manchester United ja eindrücklich bewiesen, als er es innerhalb kürzester Zeit geschafft hat, aus einem extrem großen einen sportlich kleinen Klub zu machen! Das hat er ja sauber hinbekommen!", lästerte Watzke.
Aber auch versöhnliche Worte hatte der BVB-Boss kurz vor Weihnachten parat. Seinem Ex-Trainer Thomas Tuchel, würde Watzke nach der Entlassung trotzdem eine Job bei der Konkurrenz gönnen. "Natürlich würde ich ihm das gönnen! Wenn die Bayern ihn verpflichten, ist das für Thomas Tuchel eine tolle Aufgabe."