Der TSV 1860 München kommt einfach nicht zur Ruhe. Nun hat sich herausgestellt, dass der eigentlich gemeinsam mit Präsident Gerhard Mayrhofer vor rund drei Wochen zurückgetretene Vizepräsident Heinz Schmidt noch immer im Amt ist.
Nicht mal das Zurücktreten klappt
Dem ehemaligen Präsidium soll beim Rücktritt, wie die SZ berichtet, ein Formfehler unterlaufen sein. Das erfuhr das Interims-Präsidium um den früheren bayerischen Staatsminister Siegfried Schneider vom Registergericht.
Keiner mehr im Amt, dem er Rücktritt erklären konnte
Laut Vereinsrecht kann ein Präsidiumsmitglied seinen Rücktritt demnach nur gegenüber dem Präsidium oder dem einsetzenden Gremium erklären. Im Falle der Löwen wäre dies die Mitgliederversammlung.
Gerhard Mayrhofer erklärte seinen Rücktritt telefonisch seinem anderen Vizepräsidenten Erik Altmann. Daraufhin erklärte Altmann seinen Rücktritt Schmidt. Der dann, dem Vereinsrecht gemäß, seinen Rücktritt niemandem mehr erklären konnte, weil kein Präsidiumsmitglied mehr im Amt war.
Bis auf Weiteres wird Schmidt nun also Vize-Präsident bleiben und Schneider und seinen Vize Karl Christian Bay unterstützen.
Treffen mit Ismaik
Wie die SZ weiter berichtet, waren Schneider, Bay, Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek und Investoren-Statthalter Noor Basha von Montag bis Mittwoch bei Investor Hasan Ismaik in Abu Dhabi. Die Vereinsvertreter wollen Ismaik weiterhin dazu bewegen, seine Anteile am TSV 1860 München zu verkaufen. Ein erstes Angebot eines deutschen Konsortium soll Ismaik bereits vorliegen.
Mayrhofer war zurückgetreten, weil Ismaik sich zunächst geweigert hatte Sportchef Gerhard Poschner zu entlassen und durch Felix Magath zu ersetzen - und weil Ismaik die Gespräche über den Verkauf seiner Anteile überraschend abgebrochen hatte.
Am 12. Juli findet nun die Mitgliederversammlung der Löwen statt, bei der ein neuer Verwaltungsrat gewählt werden soll. Dieser soll daraufhin eine geeigneten Präsidenten finden, der dann von einer neuen Mitgliederversammlung ins Amt gewählt werden soll. Mayrhofer hatte in der SZ erklärt, dass Ismaik ihm im Januar erklärt habe, selbst Präsident werden zu wollen.